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Ein Haus für Urlaubsträume

zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 02:30

Vor 100 Tagen eröffnete in Bad Waldsee der Unternehmer Erwin Hymer ein Museum fürs mobile Reisen. Neben 80 historischen Caravans und Wohnmobilen gibt es Einblicke in Sehnsüchte und Traumrouten der Urlauber.

Bad Waldsee (RP) Das Zuhause war immer dabei, und deshalb war kein Weg zu weit: In den 50er Jahren ging es mit dem Wohnwagen gen Italia, in den 70ern im VW-Bully in die Sahara oder nach Indien. Alle Reisenden hatten eines gemein: Dank des Wohnwagens oder des Reisemobils waren sie unterwegs in der Welt und zugleich immer daheim.

Der Wohnwagen-Unternehmer Erwin Hymer hat in Bad Waldsee diesen Menschen ein Museum geschenkt. Es zeigt nicht die Geschichte seiner Firma, sondern ein Stück Kulturgeschichte – die des mobilen Reisens. Es gibt Antworten auf die Fragen: Wie und wohin will der Mensch reisen? Welche Sehnsüchte ziehen ihn in die Welt? Was waren und sind die Traumrouten?

Mehr als 80 Fahrzeuge stehen zudem für die Entwicklung des Caravanings von den frühen 30er Jahren bis in die 80er Jahre. Gezeigt werden auch kuriose Mobile, wie beispielsweise der Falter IV (1958), dessen Dach als Ruderboot nutzbar war. Eine Rarität ist der erste deutsche Caravan, den Arist Dethleffs 1931 baute. Weil er beruflich viel unterwegs war, träumte seine Verlobte von einer Art "Zigeuner-Wagen". Dethleffs' Erstling, im Museum als einziger originalgetreuer Nachbau zu sehen, hatte schon ein Hubdach, das den Bewohnern aufrechtes Stehen ermöglichte.

Caravan-Fans erkennen in der markanten Silhouette des Museums das Vorbild. Das Gebäude – rechteckig mit gerundeten Ecken – ist einem Wohnwagenfenster nachempfunden. Das Thema wird mit aller Konsequenz durchgehalten, auch im Restaurant des Museums: Dort werden zum Beispiel Ravioli à la Camping serviert. Selbstverständlich stilecht in einer Dose.

Quelle: RP


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