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Camping mit Komfort

VON DIRK AVERESCH - zuletzt aktualisiert: 15.05.2010 - 02:30

Heute hier, morgen dort – nach diesem Motto ziehen Camper von einem schönen Flecken Erde zum nächsten. Der Urlaub mit Zelt, Wohnwagen oder Caravan verspricht neben Ungebundenheit auch Abwechslung. Ganz ohne Vorbereitung geht es aber nicht: "Wenn ich einen netten Platz haben will, sollte ich für die Sommerferien rechtzeitig reservieren", rät Johannes Kießling, Camping-Experte beim ADAC. Dass die Platzbetreiber diesen Service anbieten, ist längst selbstverständlich: "In unserem Campingführer geben wir nur noch an, wenn eine Buchung nicht möglich ist."

In der Nebensaison können sich Camper die Mühe allerdings sparen – dann sind die Parzellen überall sehr spärlich belegt. Wer sich für einen Platz vormerken lässt, sollte wissen, was er will, damit er nicht vielleicht für Freizeit- oder Sporteinrichtungen mitzahlt, die er dann im Urlaub gar nicht nutzt. "Die Plätze tun viel, um attraktiver zu werden", erklärt Kießling. So sollen beispielsweise Erlebnisbäder, ein angegliederter Reitstall oder – derzeit im Trend – optional anmietbare Dusch- oder Toilettenkabinen zur Alleinbenutzung die Camper locken.

Dem Einfallsreichtum der Betreiber scheinen kaum Grenzen gesetzt zu sein. In den Niederlanden ist sogar Camping auf dem Wasser möglich: Der Campingplatz "De Waterhout" in der Provinz Flevoland setzt einfach Flöße auf einen Binnensee. Auf denen können Experimentierfreudige und Wasserratten ihre Zelte aufschlagen. Zur Ausstattung der Flöße gehören nach Angaben des Niederländischen Büros für Tourismus in Köln ein Grill, ein Tisch mit eingebautem Herd sowie ein Elektromotor zur Fortbewegung der Flöße. Ganz billig ist das Erlebnis allerdings nicht: Eine Nacht "Campen auf See" schlägt mit 60 Euro zu Buche.

Der durchschnittliche Übernachtungspreis für Campingurlauber in Europa liegt dagegen bei 32,16 Euro. Diese Kosten für zwei Erwachsene und ein zehnjähriges Kind inklusive Standplatz, Nebenkosten, Strom, Duschen und Kurtaxe hat der ADAC ermittelt. Europaweit am günstigsten ist das Campen in Polen (im Schnitt 20,71 Euro) und Ungarn (23,83). In Deutschland liegt der ermittelte Preis bei 25,45 Euro – deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.

Nicht etwa, dass Camper die Ziele in der Bundesrepublik nicht zu schätzen wüssten – im Gegenteil. "Deutschland ist gefragt", betont Camping-Experte Kießling. Laut dem Deutschen Tourismusverband (DTV) gab es im Jahr 2009 rund 25 Millionen touristische Übernachtungen auf den Campingplätzen. Damit liegt Deutschland europaweit auf Platz fünf hinter Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien. Seine Beliebtheit als Campingland lässt sich Italien allerdings teuer bezahlen: Mit einem durchschnittlichen Preis von 41,30 Euro pro Nacht liegt Italien an der Spitze der ADAC-Erhebung.

In seinen neuen Campingführern hat der ADAC 5400 Plätzen in Europa (getrennt in den beiden Bänden "Südeuropa" sowie "Deutschland-Nordeuropa") zusammengetragen, beschrieben und bewertet. Inzwischen gibt es auch eine kostenlose Online-Abfrage dazu. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Platz als Reinfall entpuppt, ist relativ gering. Unter den in den beiden Bänden bewerteten Anlagen seien nur "zwei Hände voll" echte "Schrottplätze", sagt Experte Kießling. Als Tipp für alle, die nicht beim Sommertrubel an Nord- oder Ostsee, am Mittelmeer oder am Atlantik mitmischen wollen, empfiehlt er eine Fahrt durch Skandinavien. tmn

Info Die Camping-Caravaning-Führer 2010 des ADAC gibt es in Buchhandlungen und ADAC-Geschäftsstellen zum Preis von 19,95 Euro.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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