Auf den Spuren der Staufer
zuletzt aktualisiert: 06.03.2010 - 02:30Die Herrscherdynastie stand an der Spitze der mittelalterlichen Hierarchie und war damit auch für das heutige Baden-Württemberg von herausragender Bedeutung. Ob Friedrich I. Barbarossa, Heinrich VI. oder Friedrich II. – die Staufer prägten die Kulturlandschaft Baden-Württembergs entscheidend.
Allein beim Betrachten des Landeswappens fällt dies ins Auge: Die drei schreitenden Löwen, die darauf abgebildet sind, erschienen erstmals im 12. Jahrhundert auf einem Siegel des späteren Staufer-Königs Philipp.
Um an die identitätsstiftende Herrscherfamilie zu erinnern, steht der Tourismus in Baden-Württemberg 2010 ganz in ihrem Zeichen. Die Tourismus-Marketing GmbH Baden-Württemberg begibt sich gemeinsam mit den wichtigsten Stauferorten und -stätten des Landes auf Spurensuche: Verschiedene Kommunen, Burgen und Museen beteiligen sich an der Aktion und präsentieren Ausstellungen, Burgführungen, Konzerte und Vorträge, die sich ausführlich mit der Dynastie befassen.
Über 30 Jahre nach der epochemachenden Stuttgarter Staufer-Ausstellung widmet sich erneut eine große kulturhistorische Ausstellung der einflussreichsten Dynastie des hohen Mittelalters. Mannheim richtet diese Geschichtsschau aus. "Die Staufer und Italien" sind vom 19. September 2010 bis 20. Februar 2011 in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen zu sehen. Mit bedeutenden Kunstwerken, von denen viele noch nie in Deutschland ausgestellt waren, wird an die Kunst und Kultur der Stauferzeit und an die Vernetzungen mit Italien erinnert. Die Schau ist der Höhepunkt des Stauferjahres und wird ergänzt von der Universitätsbibliothek Heidelberg. Dort ist vom 28. Oktober bis 20. Februar 2011 die berühmteste deutsche Handschrift des Mittelalters, der Codex Manesse, zu sehen. Er entstand zu Beginn des 14. Jahrhunderts und enthält die umfassendste Sammlung mittelhochdeutscher Lieddichtung. Herausragend sind die Miniaturen der Minnedichter, die vom Bild Kaiser Heinrichs IV. angeführt werden. Der Codex Manesse ist damit – obwohl Jahrzehnte nach dem Ende der Staufer angelegt – eines der Schlüsselzeugnisse für staufische Kunst und Kultur. www.staufer2010.de RP
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