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Umweltdezernentin: CO-Pipeline ist gefährlich

VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 02.10.2010 - 02:30

Die Stadt Düsseldorf hat dem Alarm- und Gefahrenabwehrplan für die CO-Pipeline der Firma Bayer noch nicht zugestimmt. Er sei unzureichend. Es fehlten konkrete Angaben für einen sicheren Betrieb der Pipeline. Das teilte Umweltdezernentin Helga Stulgies (Grüne) dem Rat auf Anfrage der Grünen mit. Bei einem Vollbruch der Leitung, dem größten anzunehmenden Unfall, "ist ein realer Rettungseinsatz nahezu unmöglich", sagte sie. Denn das geruchlose und tödlich wirkende Gas würde sich schnell ausbreiten und je nach Witterung in einem Umkreis von 300 Metern zu lebensbedrohlichen Schädigungen führen, wenn nicht unverzüglich Atemschutz getragen und der Gefahrenbereich verlassen werde, führte Stulgies aus.

Zur Eingrenzung von Schäden hat das Unternehmen die Pipeline zwischen Krefeld und Dormagen in sechs Segmente eingeteilt, die abgesperrt werden könnten, berichtete Stulgies. In jedem Segment seien bis zu 10,3 Tonnen CO enthalten, die ausströmen würden. Aber auch bei kleinen Leckagen gibt es laut Stulgies große Risiken. Wenn beispielsweise 60 Kubikmeter pro Stunde austreten (dafür reicht ein 3,2 Millimeter großes Loch), werde das zwar in der Überwachungszentrale des Unternehmens innerhalb von 15 Minuten erkannt. Doch wenn die schadhafte Stelle nicht genau lokalisiert werden könne, müsse eine Strecke von bis zu 1200 Meter untersucht werden.

Der Einsatz der Retter sei schwierig, weil sie " Atemschutzgeräte tragen müssen und weil die Luft ständig untersucht werden müsse", sagte Stulgies und wies auf weitere Schwierigkeiten hin: Die Fläche, die untersucht werden müsse, sei sehr groß, der Leckage-Ort nicht genau einzugrenzen, die Pipeline schwer zu finden, viele Straßen und Zufahrten müssten schnell gesperrt werden, und die Zahl von Menschen, die durch CO bedroht seien, könne sehr hoch sein.

Wegen dieser Probleme gebe es kaum Aussicht auf eine Rettung von Menschen, die sich in der Nähe der CO-Pipeline aufhalten, führte Stulgies aus. Hilfreich könne in einem gewissen Umfang eine Warnung durch Sirenen sein. Die Bewohner könnten in ihren Häusern bleiben, bis von außen Hilfe geleistet werde oder die Gaswolke sich aufgelöst habe. Wegen der vielen Mängel fordert die Verwaltung, dass Bayer die Pipeline erst in Betrieb nimmt, wenn die Stadt dem Gefahrenabwehrplan zustimmt, also die Mängel behoben sind.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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