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Tod im Hotel: Flucht in die Türkei

VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 25.01.2012 - 02:30

Noch bevor die Leiche seiner 25-jährigen Freundin Cristina gefunden wurde, floh der 42-jährige Arif D. per Flugzeug nach Ankara. In einer Mail beteuerte er von dort, mit dem Tod der Prostituierten in einem Hafen-Hotel nichts zu tun zu haben. Die Fahnder glauben ihm nicht.

Arif D. (42), dringend des Totschlags an seiner Freundin Cristina B. verdächtigt, hat sich in die Türkei abgesetzt und hält sich womöglich in der Nähe seines Geburtsortes auf. Der Mann ist nun international zur Fahndung ausgeschrieben. Seiner Beteuerung in einer E-Mail, er habe mit dem Tod der Frau nichts zu tun, glauben hiesige Fahnder nicht.

Die Vorgeschichte: Am Freitagmorgen wird in einer Suite des Radisson-Hotels im Hafen die blutüberströmte Leiche der 25-jährigen Cristina B. entdeckt. Sie hatte das Zimmer mit ihrem Partner, dem 42-jährigen Arif D., bezogen, der Mann war jedoch verschwunden. Später geht bei Düsseldorfer Zeitungen (unter anderem auch bei der Rheinischen Post) eine Mail ein, die über einen türkischen Server versandt wurde. Darin beschreibt Arif D. sein Leben mit seiner Freundin, die gemeinsamen Pläne für ein neues Leben in Rumänien (woher Cristina stammt) und den Geschehnissen im Hotel, wo er nach einem Sauna-Aufenthalt seine tote Freundin im Zimmer gefunden haben will.

Ein Unbekannter sei dann auch über ihn hergefallen und habe ihn verletzt, offenbar sollte auch er umgebracht werden. Detailliert beschreibt er, wie und wo Cristina als Prostituierte gearbeitet hatte und dass sie gemeinsam mit ihm den Ausstieg aus diesem Leben plante. Weil er aber fürchtete, angesichts der Umstände der Tat verdächtigt zu werden, sei er geflohen, werde sich aber später stellen. Das jedoch ist bis jetzt nicht passiert.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf glaubt auch nicht, dass D. sich stellen wird. Denn er ist noch in der Nacht, als Cristina B. zu Tode kam, über den Köln-Bonner Flughafen nach Ankara gereist. Das ist inzwischen belegt – es gab zu der infrage kommenden Zeit zwei Direktflüge nach Ankara, einen davon hat D. genommen, sagte gestern Staatsanwalt Christoph Kumpa.

Den Beteuerungen des in der Türkei Geborenen glaubt Kumpa nicht. "Ich bin sicher, dass er der Täter war. Und ich bin auch sicher, das in einer Hauptverhandlung gegen ihn belegen zu können." Die Beweislage sei eindeutig, meint der Jurist. Das, was Arif D. als Tathergang beschreibt, sei ganz sicher so nicht abgelaufen.

Prozess in der Türkei?

Wann und ob es zu diesem Verfahren kommen wird, ist allerdings derzeit nicht klar. Wenn D., der einen deutschen Pass hat, ausschließlich eine deutsche Nationalität hat, würde die Türkei ihn ausliefern. Hat er aber auch noch einen türkischen Pass, würde das nicht geschehen. Für diesen Fall würden die hiesigen Behörden ein sogenanntes Strafverfolgungs-Übernahme-Ersuchen stellen. Das bedeutet, dass D. dann in der Türkei vor Gericht gestellt und dort auch bestraft würde. Inzwischen wird jedenfalls international nach dem Mann gefahndet. Der Vorwurf lautet auf Totschlag, denn die hiesigen Kripo-Fachleute glauben nicht, dass D. seine Freundin geplant tötete, was als Mord zu werten wäre.

Der Anwalt des Beschuldigten, Frank Rösgen aus Dormagen, weiß nach eigener Aussage nicht, wo sich sein Mandant derzeit aufhält. Derzeit habe er keinen direkten Kontakt zu D. Die jüngste Mail sei vom Montag. "Ich kenne D. schon seit mehreren Jahren. Er ist schon länger mein Mandant", sagte Rösgen der RP. Die Vollmacht, ihn zu vertreten, habe D. ebenfalls per Mail erteilt. Zu den Vorwürfen gegen seinen Mandanten will Rösgen vorerst nichts genaueres sagen. Er habe ihm geraten, sich den Behörden zu stellen und glaubt, dass Arif-Yavuz D. das auch bald tun wird.

Quelle: RP

 
 
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