Museum Kunstpalast: Schadow-Gemälde wieder zu sehen
VON ARNE LIEB - zuletzt aktualisiert: 06.09.2011 - 07:44Düsseldorf (RP). Das Triptychon "Das Jüngste Gericht" von Wilhelm von Schadow hängt jetzt im Museum Kunstpalast. Es wird bei der Ausstellung zur Düsseldorfer Malerschule zu sehen sein. Im neuen Justizzentrum war für das Riesengemälde kein Platz. Wo das Kunstwerk dauerhaft hängen wird, ist noch unklar.
Seit den 50er Jahren hing das "Jüngste Gericht" von Wilhelm von Schadow (1788-1862) im Landgericht, nach dem Umzug der Behörde ins neue Justizzentrum in Oberbilk fand das gewaltige Werk keinen Platz mehr. Nun ist es wieder zu sehen. Das Triptychon ist Teil der Ausstellung zur Düsseldorfer Malerschule, die am 24. September im Museum Kunstpalast startet. Das Museum erhält das Werk vom Land zunächst für zehn Jahre als Dauerleihgabe.
Aus Landesmitteln wurde auch eine aufwendige Restaurierung finanziert, die Schadows Darstellung von Himmel, Hölle und Fegefeuer in frischen Farben erstrahlen lässt. Das Triptychon, das neben drei großformatigen Gemälden fünf kleinere Bilder umfasst, sogenannte Predella, hat insgesamt ein Maß von 3,50 mal 9,18 Meter. Es entstand zwischen 1848 und 1852 und gilt als das letzte Hauptwerk Schadows, der wegen eines Augenleidens bei der Ausführung immer wieder pausieren musste.
Gelagert in der Asservatenkammer
Das Bild entstand als Auftragsarbeit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. für das damalige Düsseldorfer Schwurgericht. Im Landgericht waren seit den 1970er Jahren nur noch die drei großen Bilder zu sehen. Die Predella waren während des Majdanek-Prozesses abgehängt worden. "KZ-Überlebende, die als Zeugen aussagten, waren von den Bildern geschockt", sagt die Präsidentin des Oberlandesgerichts, Anne-José Paulsen. Außerdem konnte die Sicherheit der Bilder nicht gewährleistet werden. Sie hingen, anders als die großen Gemälde, in Greifhöhe. 1975 wurden sie durch ein Messer-Attentat beschädigt und mussten repariert werden. Anschließend lagerten sie in der Asservatenkammer des Gerichts.
Im März 2010 wurde das Gemälde im Landgericht abgehängt, weil der Umzug bevorstand. Die Ratinger Restauratoren Brüning und Schubert reinigten die stark verschmutzte und verbräunte Oberfläche mit einem Spezialmittel aus Tensiden. Dann versahen sie die Öl-Gemälde mit einem Schutzanstrich. Die Bilder erhielten zudem neue Rahmen. Die vier Monate dauernde Restauration kostete rund 30 000 Euro.
Die Kuratorin der Ausstellung zur Düsseldorfer Malerschule und Leiterin der Gemäldegalerie, Bettina Baumgärtel, freut sich über das Exponat, schließlich gilt Schadow als Begründer der Düsseldorfer Malerschule. Baumgärtel sieht das Triptychon als Vermächtnis des Künstlers und entdeckt eine versöhnliche Botschaft, schließlich gehe es in dieser Darstellung selbst im Fegefeuer menschlich zu. "Es geht Schadow um die Versöhnung der Religionen und darum, dass alle Menschen gleich vor Gott sind", sagt sie.
Die Ausstellung wird bis zum 22. Januar laufen. Ob das Triptychon anschließend lange im Depot des Museums Kunstpalast verschwindet, ist noch unklar. Der Direktor des Museums, Beat Wismer, weiß jedenfalls noch nicht, ob das Werk einen Platz in der ständigen Sammlung des Museums finden wird – schließlich braucht es wahrscheinlich einen ganzen Raum, um das Riesengemälde zur Geltung zu bringen. Dazu müssten andere Werke weichen. "Vielleicht verliebt sich ja jemand von der Stadt in das Werk und macht sich dafür stark, dass es einen dauerhaften Platz findet", sagt Wismer.
Die Ausstellung
„Weltklasse. Die Düsseldorfer Malerschule 1819-1918“ zeigt einen Überblick zu der Entwicklung der Kunststadt Düsseldorf in die Moderne. In drei Sälen werden Kunstwerke aus der Sammlung des Museums und Leihgaben gezeigt. Die Schau läuft vom 24. September bis zum 22. Januar 2012.
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