Romanistik im Ranking vorn
VON SAINAB SANDRA OMAR - zuletzt aktualisiert: 12.05.2010 - 02:30Das CHE-Hochschulranking, das jährlich bundesweit die Fächer aller Universitäten evaluiert, hat in Düsseldorf nun die Anglistik, Germanistik, Geschichte, Psychologie und Romanistik getestet. Die Romanistik erzielte Spitzenwerte.
Wer an einer Uni in England oder Amerika studiert hat, schätzt vor allem die kleinen Gruppen, in denen Dozenten ihre Studenten unterrichten. Ein Privileg, denn vielfach klagen Studenten hierzulande über überfüllte Hörsäle und eine schlechte Betreuung.
Nicht so in der Düsseldorfer Romanistik. Die hat beim aktuellen Hochschulranking des Centrum für Hochschule und Entwicklung (CHE), das die "Zeit" jetzt in ihrem Studienführer veröffentlicht hat, in mehreren Bereichen Spitzenwerte erreicht. So überzeugte der Fachbereich der Heinrich-Heine-Universität etwa bei den Kriterien "Betreuung durch Lehrende" und "Studiensituation insgesamt" und liegt damit sogar weit vor der Universität Freiburg, die traditionell in den Geisteswissenschaften einen besonders guten Ruf genießt.
Der Evaluationsbeauftragte der Romanistik, Frank Leinen, führt dies auf die gute Betreuungsrelation zurück: "An anderen Standorten trifft ein Dozent im Seminar auf 70 Studierende. Wir können hingegen intensiv und individuell fördern." In der von 38 Dozenten unterrichteten Romanistik sind derzeit 454 Studenten eingeschrieben, die sich auf die Sprachen Französische, Italienisch und Spanisch verteilen. Die Romanistik sei also kein Massenfach, so Leinen.
Seit 1998 führt das CHE die Evaluation bereits durch, "um angehenden Studenten eine Orientierungshilfe bei der Studienortswahl zu geben", sagt die CHE-Projektleiterin Petra Giebisch. Die verschiedenen Fächer werden abwechselnd untersucht, in diesem Jahr waren die Geistes- und Ingenieurwissenschaften, die Psychologie und Erziehungswissenschaften an der Reihe. Für die Universität Düsseldorf wurden die Anglistik, Germanistik, Geschichte, Psychologie und Romanistik begutachtet, dazu wurden 500 Studenten in jedem Fachbereich und pro Studiengang zu ihrer Studiensituation befragt. Verglichen mit den anderen Fächern der Heinrich-Heine-Uni schnitt die Romanistik in diesem Verfahren am besten ab: Sie konnte die meisten Spitzenwerte für sich verzeichnen und bekam in keinem Bereich schlechte Noten.
Neben der Bibliotheksausstattung und dem E-Learningangebot, honorieren die Studenten vor allem den Berufs- und Praxisbezug innerhalb des Studiengangs: "Als deutlich wurde, dass sich die Studenten mehr Informationen über berufliche Optionen wünschen, haben wir die Reihe Romanistik im Beruf gestartet, in der ehemalige Absolventen mögliche Berufsfelder vorstellen", sagt Leinen. Um möglichst viele solcher Rückmeldungen von den Studenten zu erhalten, führt das Romanische Seminar regelmäßig fachinterne Evaluationen durch.
Die Studiengelder habe man dazu genutzt, die Studiensituation noch weiter zu verbessern, erklärt Leinen: Zusätzliche Lehraufträge wurden vergeben, zahlreiche Gastvorträge und Exkursionen organisiert, eine romanistische Schreibberatung und Tutorien eingerichtet.
Eine Besonderheit ist auch das eigene Mentoring-Program, bei dem jeder Lehrende eine Gruppe von Studenten betreut. Für die angehende Diplom-Übersetzerin Julia Fischer sind dies Gründe genug, um sich in ihrem Fremdsprachen-Studium rundum wohl und gut aufgehoben zu fühlen, wie sie betont.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



