Schlägerei in Wersten: Opfer leblos auf Gleisen zurückgelassen: Anklage
VON WULF KANNEGIESSER - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 02:30Düsseldorf (RP). Knapp fünf Monate nach dem nächtlichen Überfall von drei Männern auf einen angetrunkenen Passanten an der Bahnhaltestelle Werstener Dorfstraße liegt dem Landgericht jetzt die Anklage gegen das Trio vor. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt einen Gerüstbauer (30) und zwei Schüler (beide 17) des versuchten Totschlags. Sie sollen ihr 40-jähriges Opfer ins Gleisbett geprügelt, dort zusammengetreten, mit Steinen beworfen und bewusstlos liegengelassen haben. Der Passant, der schwer verletzt wurde, hatte noch Glück. Zur Tatzeit weit nach Mitternacht kam dort keine Bahn.
Der Onkel (30) war mit seinem Neffen und einem von dessen Freunden nach einem Trinkgelage auf dem Heimweg in den Kreis Mettmann. Man habe am Werstener Kreuz auf den Nachtbus gewartet, als zufällig zwei Männer vorbei kamen, die an einer Tankstelle gerade Zigaretten und Rum gekauft hatten. Beide Passanten waren angetrunken, aus einem Gespräch der beiden Gruppen wurde ein Disput, der sich zu einer Schlägerei entwickelte. Der jüngere der Passanten konnte weglaufen. Doch der 40-Jährige wurde laut Anklage daraufhin von dem Trio mit einem gezielten Faustschlag ins Gleisbett geprügelt.
Dort schlug das Opfer mit dem Hinterkopf auf die Schienen auf, blieb reglos und bewusstlos liegen. Die Täter, so gab ein Augenzeuge später an, sind dem wehrlosen Mann ins Gleisbett nachgesprungen, haben das Opfer mit mindestens zwölf Tritten auf Gesicht und Kopf schwer verletzt – und haben nach Verlassen der Gleise aus geringer Distanz unter höhnischem Gelächter noch mindestens vier Wackersteine mit voller Wucht auf den Kopf des Verletzten geschleudert. Danach zog das Tätertrio davon, konnte wenig später in der Nähe verhaftet werden.
Blutproben ergaben bei dem Onkel und seinen jugendlichen Mitzechern Alkoholwerte zwischen 1,3 und 2,2 Promille. Zwei der jetzt angeklagten Tatverdächtigen sind bereits polizeibekannt, der 30-Jährige ist auch bereits wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Weil sie ihr Opfer zu dritt massiv zusammengetreten und anschließend bewusstlos auf den Gleisen zurück gelassen haben, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass alle drei Täter wegen versuchten Totschlags zu bestrafen sind.
In ersten Vernehmungen hatten Onkel und Neffe die Schlägerei gestanden, von Tritten und den Steinwürfen aber nichts berichtet. Das Opfer erlitt Platzwunden, aber keine Knochenbrüche. Einen Termin für den Prozess, der wegen der beiden 17-Jährigen vor einer Jugendkammer geführt wird, gibt es noch nicht.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



