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NRW-Forum: Land zahlt nicht mehr

VON ARNE LIEB - zuletzt aktualisiert: 28.09.2012 - 02:30

Die Leiter Werner Lippert und Petra Wenzel hören Ende 2013 auf. Dann verabschiedet sich überraschend das Land aus der Finanzierung des Museums. Das einzigartige Konzept ist damit am Ende. Die Stadt will das Museum erhalten und neu konzipieren. Die Quadriennale 2014 ist gesichert.

Das NRW-Forum gilt als Vorbild für eine Zusammenarbeit von Land, Stadt und privaten Sponsoren – jetzt steht das Museum, das vor allem für seine Foto-Ausstellungen gefeiert wird, in seiner jetzigen Form vor dem Aus. Die Landesregierung hat überraschend entschieden, dass sie Ende des kommenden Jahres ihre Förderung nach 16 Jahren einstellen wird. Grund sind die leeren Kassen. "Angesichts der Haushaltslage sind alle aufgerufen zu sparen", sagt Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

Das Land NRW hatte das Museum mit rund 650 000 Euro im Jahr unterstützt, die Stadt gab 450 000 dazu. Das meiste Geld für seine oft international wahrgenommenen Ausstellungen, wie die gerade angelaufene erste umfassende Werkschau des britischen Porträt- und Modefotografen Rankin, trieb das Museum bei privaten Sponsoren ein. Es verzeichnet rund 90 000 Besucher im Jahr und gehört zu den populärsten Kultureinrichtungen in Düsseldorf.

Erst mit der Erklärung der Landesregierung wurde bekannt, dass das Leitungsduo des Hauses schon länger seinen Abschied plant. Werner Lippert und Petra Wenzel haben beschlossen, ihren Ende 2013 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Für das NRW-Forum ist auch dies ein harter Schlag. Denn das Museum ist außergewöhnlich stark auf seine Leiter, die aus der Werbebranche kommen, zugeschnitten. Sie führen es seit 1998 in einer einzigartigen Konstruktion über eine GmbH. Das Land hat offenbar die Gelegenheit genutzt, zeitgleich mit dem Ausstieg der Leiter seine Förderung einzustellen. Werner Lippert ist enttäuscht. "Wir hätten uns gewünscht, dass das Museum weitergeführt wird."

Nun liegt die Initiative bei der Stadt. Ihr gehört das denkmalgeschützte Gebäude im Ehrenhof, das kürzlich saniert wurde. OB Dirk Elbers kündigt an, dass das Museum in jedem Fall in neuer Form bestehen bleiben soll. "Die Landeshauptstadt steht zum NRW-Forum auch nach dem Ausstieg des Landes", sagt er. In den kommenden Monaten werde überlegt, wie das Museum künftig positioniert werden soll. "Dabei werden wir an die sehr guten Ideen und Konzepte, die dort insbesondere im Bereich Fotografie in den letzten Jahren realisiert wurden, anknüpfen", sagt Elbers. Das NRW-Forum zeigte in den vergangenen Jahren große Ausstellungen unter anderem zu Peter Lindbergh, Anton Corbijn, Alexander McQueen, Vivienne Westwood oder Bruce Nauman. Dazu gilt es in seinem Engagement in Sozialen Netzwerken als vorbildlich.

Im Rathaus sorgt die Entscheidung des Landes, die dort seit Tagen befürchtet wurde, für großes Missfallen. OB Elbers reagiert mit einem Seitenhieb: "Dass das Land diese Maßnahme mit dem Beitrag zur Konsolidierung des Haushalts begründet, zeigt einmal mehr, wie wichtig gesunde Finanzen auch für die Förderung der Kultur sind." Eine Anspielung darauf, dass die Landeshauptstadt im Gegensatz zum hoch verschuldeten Bundesland NRW schuldenfrei ist.

Ein großes Problem ist unterdessen bereits gelöst: Werner Lippert übernimmt mit einem Honorarvertrag noch die Konzeption für den Beitrag des Museums zum Kultur-Großereignis Quadriennale 2014. Danach muss ein neues Konzept für das Forum her – es bleibt also nicht viel Zeit.

Quelle: RP
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