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"Fashion Messies" in Düsseldorf: Müll und Models auf elf Etagen

VON JUTTA LAEGE - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012 - 17:47

Normalerweise reihen sich Models hintereinander auf dem Laufsteg ein. Bei der am Freitag eröffneten "Vertical Gallery III" im Hotel Interconti an der Kö laufen sie übereinander ab. "Fashion Messies" heißt die Foto-Reihe, die der Hamburger Star-Stylist und Fotograf Armin Morbach schuf.

Zu sehen sind darauf zunächst einmal 4000 im Studio säuberlich drapierte herkömmliche Plastiktüten. Von Etage zu Etage gesellt sich immer ein Model dazu. Wer im Aufzug vom Erdgeschoss in die zehnte Etage fährt, bekommt ein höchst vergnügliches Daumenkino geliefert, an dessen Ende (also oben) neun Models und ein menschengroßer Plüschhase vor dem Müllberg posen.

Der Kurator der "Vertical Gallery III", Werner Lippert, freute sich, Morbach für das Projekt gewonnen zu haben. "Düsseldorf ist die Hauptstadt der zeitgenössischen Fotografie und Düsseldorf ist Modestandort." Wo also sonst sollte sich ein Fotograf, der in der Modewelt zuhause ist, besser platzieren können?

Morbach gab die Komplimente gleich zurück: "Ich bin gerne in Düsseldorf, habe viele Freunde hier und kenne auch das Hotel sehr gut." Die Idee, als dritter Künstler nach Esther Haase und Andreas Gursky, der bei Vertical Gallery II die Schirmherrschaft über eine Reihe junge Fotokünstler übernahm, die Etagen des Hotels zu bestücken, gefiel Morbach sofort.

Seine Assoziationen zum Thema Mode sind provokativ und nachvollziehbar zugleich. "Wo fängt das Messietum an und wo hört es auf?" fragt der Künstler. "Sammelt ein Messie, wie es uns in den Medien oft präsentiert wird, Müll – dann ist es eklig. Hat jemand 500 Paar Schuhe, ist er zwar ein Messie, aber er ist cool."

Morbach wurde unter anderem als Juror der Casting-Show "Germany's Next Topmodel" bekannt. Für die Arbeit "Fashion Messies" sammelte er vier Wochen lang Plastiktüten. "Ohne allerdings jedes Mal einzukaufen", lacht er. Dann tackerte er sie im Studio zusammen. "Einsteigerkunst", nennt er sein Werk – und das ist durchaus doppeldeutig: Sie erschließt sich ohne kunsttheroetische Exkurse und man muss einsteigen, um sie – im wahrsten Sinne – zu er-fahren.

Bilder der Vernissage finden Sie bei TONIGHT.de!

Quelle: RP/rl


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