Missbrauch: Schiedsrichter verdächtig
zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 02:30KÖLN (stl-/rz) Der ehemalige Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses des Fußball-Kreises Köln sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Derzeit beschäftigt sich die Kölner Staatsanwaltschaft mit dem 49-Jährigen, der unter anderem durch Fernsehauftritte bekannt wurde. "Ich kann bestätigen, dass wir wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen ihn ermitteln", sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Derzeit sei der 49-Jährige auf freiem Fuß. Seit wann die Ermittlungen laufen, verriet Bremer nicht. Nur soviel: "Der Abschluss steht nicht unmittelbar bevor." Der Staatsanwalt merkte an, dass es nicht zwangsläufig um körperliche Übergriffe gehen müsse.
In einer E-Mail an Kollegen und Vertreter des Fußballverbandes Mittelrhein (FVM) äußerte sich der 49-Jährige (er war zuständig für fast 600 Schiedsrichter, von denen fast die Hälfte nicht volljährig ist) in Ansätzen zu den Vorwürfen. Er schrieb, dass er sich "im Chatbereich von Facebook" in der jüngeren Vergangenheit "gegenüber dem ein oder anderen Jungschiedsrichter zu scheinbar missbräuchlichen Äußerungen" habe hinreißen lassen. "Die ,rote Linie' habe ich dabei aber nie überschritten."
Weitere Anschuldigungen gegen den Mann gibt es seitens des FVM, der ihm Amtsmissbrauch und Urkundenfälschung vorwirft. Der 49-Jährige aus Flittard soll einem Unberechtigten ohne Wissen des Verbandes einen Schiedsrichterausweis ausgestellt haben und stand daher wohl vor dem Rauswurf. Dem kam er allerdings zuvor und trat von allen Ämtern zurück, bevor er sich am Montag bei einer Sitzung des FVM-Präsidiums erklären sollte. Zu dem Termin erschien der Mann aber nicht. Der Verband leitete in seiner Abwesenheit ein Amtsverbotsverfahren in die Wege, durch das dem Kölner untersagt werden soll, in Zukunft ein Amt im Verband sowie den angeschlossenen Fußballkreisen und -vereinen zu bekleiden.
Zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bezog der FVM keine Stellung. "Uns liegen keine Nachweise über sexuellen Missbrauch vor. Deshalb äußern wir uns dazu auch nicht", sagte Vizepräsident Stephan Osnabrügge.
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