Düsseldorf: In NRW starten 17 Gemeinschaftsschulen
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 22.01.2011 - 02:30Düsseldorf (RP). Zum nächsten Schuljahr im Sommer sollen in NRW 17 Gemeinschaftsschulen an den Start gehen können. NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann erklärte gestern, 17 Schulen erfüllten die Voraussetzungen für die Genehmigung. Zwei Anträge hätten nicht genehmigt werden können. In einem Fall war der Abstand zwischen zwei Standorten zu groß, in dem anderen Fall wäre der Bestand eines benachbarten Gymnasiums in Gefahr gewesen.
Die Einführung der Gemeinschaftsschulen ist das wichtigste schulpolitische Projekt der rot-grünen Minderheitsregierung. Grundsatz soll der integrative Unterricht in den Klassen 5 und 6 sein. Die neue Schulform soll es künftig in Bad Honnef, Billerbeck, Blankenheim, Bochum, Bornheim, Burbach, Finnentrop, Kalletal, Köln (zwei Schulen), Langenberg, Lippetal, Morsbach, Neuenrade, Rheinberg und Sprockhövel geben. Zehn der künftigen Gemeinschaftsschulen entstehen durch eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen, sechs aus einer bestehenden Hauptschule und eine aus einer bestehenden Verbundschule. Ziel der Gemeinschaftsschulen ist es, die Schüler zu höheren Abschlüssen zu führen. Sie verfügen entweder über eine gymnasiale Oberstufe oder kooperieren mit Gymnasien, Gesamtschulen oder Berufskollegs. Hauptschulen, die Gemeinschaftsschulen werden wollen, müssen geeignetes Lehrpersonal einstellen. Laut Löhrmann haben weitere 40 Städte und Gemeinden Interesse an der Einführung einer Gemeinschaftsschule zum Schuljahr 2012/2013 angemeldet.
Bei der neuen Schulform handelt es sich bislang um einen Schulversuch. Ministerin Löhrmann strebt jedoch eine gesetzliche Regelung an. Dabei hofft sie auf die Unterstützung der CDU. Die Grüne kündigte an, ein Gespräch mit CDU-Chef Norbert Röttgen zu führen, um die Chancen für ein gemeinsames Vorgehen auszuloten. Karl-Josef Laumann, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, signalisierte bereits Gesprächsbereitschaft. "Ich begrüße die Absicht von Frau Löhrmann, in einer wesentlichen Frage für die Zukunft des Landes nicht weiter am Parlament vorbei zu arbeiten", erklärte Laumann. Die CDU-Fraktion sei zu konstruktiven Gesprächen über die gesetzlichen Grundlagen eines "demografie- und zukunftsfesten Schulwesens" bereit.
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