Horst Eckerts Niederrhein-Blues
VON RAINER MORGENROTH - zuletzt aktualisiert: 28.09.2010 - 02:30Der in Düsseldorf lebende Autor hat seine erste Krimi-Kurzgeschichten-Sammlung verfasst. Sie heißt "Niederrhein-Blues und andere Geschichten" und umfasst zwölf spannende Kurzkrimis zum Miträtseln.
Krimiliebhaber, die sich nach einer schnellen Auflösung des Falls sehnen, dürfen sich über die neue Veröffentlichung von Horst Eckert freuen. Der Schriftsteller und Diplompolitologe hat nun ein Krimiwerk vorgelegt, das zwölf Kurzgeschichten beinhaltet. "Für mich ist es ein großer Spaß, die kurze Form zu pflegen. Hier kann ich auch meine humoristische Ader voll ausleben", sagt der Autor bei der Buchpräsentation. Natürlich kommt auch die Spannung auf den 216 Seiten nicht zu kurz: Die im Dortmunder Grafit Verlag erschienene Krimikost bietet ausreichend Möglichkeit zum Mitfiebern und -rätseln. Ein kurzweiliger Lesegenuss im traditionellen Eckert-Stil: sprachlich präzise erzählte Kriminalgeschichten, alltagsnah und unterhaltsam.
Romanarbeit unterbrochen
Auf dem Cover ist die Düsseldorfer Skyline abgebildet, eine Leiche treibt neben einem Schiff im Rhein – inhaltlich liegt der Fokus aber nicht nur auf Düsseldorf. Hier spielen nur die Hälfte der Kriminalfälle. Das erkennt man bei der finalen Kurzgeschichte "In Lünen stirbst du schneller" schon am Titel. "Für diese Erzählung habe ich eine Figur aus meinem Roman 'Aufgeputscht' wieder zum Leben erweckt und einfach an einem anderen Ort weiterentwickelt", erklärt Eckert. "Seine größte Story" handelt dagegen von einem korrupten Ministerpräsidenten, der in der Schweiz Geld von einem schwarzen Parteikonto abhebt und gejagt wird. Neben den unterschiedlichen Tatorten gibt es für den Leser auch immer wieder neue Protagonisten zu entdecken. Die Kommissare Ela Bach und Leo Köster lösen erneut so manchen Fall, aber bei weitem nicht alle.
Entstanden ist der kriminale Lesestoff nicht etwa als Nebenprodukt zu den Romanen, "diese Arbeit habe ich für die Kurzgeschichten unterbrochen, weil ich nicht halbherzig schreiben kann", sagt der Schriftsteller. Einen guten Monat habe er an jedem dieser Kurzkrimis gesessen: Ideen finden, ausformulieren und überarbeiten. Nur drei der pointiert verfassten Werke knüpfen zarte inhaltliche Verbindungen. Den größten Wiedererkennungswert gibt es für die Kenner seiner Romane, wenn Ela Bach in "Ex und Hopp" ermittelt. Der Mord steht hier bereits am Anfang der Erzählung: Eine Leiche liegt vor dem Haus, oben steht ein Fenster offen, aber die Kriminologin misstraut dem Obduktionsbericht des Arztes.
Mord und Totschlag gehören beim neuen Eckert im Gegensatz zu seinen Kriminalromanen allerdings nicht zum Pflichtprogramm. "Wege zum Ruhm" beschreibt die Verstrickungen eines Bürgermeisters in die Affäre um einen Stadionneubau und kommt ohne das sonst obligatorische Blutvergießen aus.
Eckert in Kurzform kann man nun in einem Buch nachlesen: Es ist eine fesselnde Sammlung für Zwischendurch, weil dem Autor gelungen ist, was er beabsichtigte: "Ich wollte knapp und gut schreiben. Tragisches, Spannendes und Augenzwinkerndes zugleich. Das jeweilige Ende der Geschichten war mir dabei besonders wichtig." An seinem elften Roman arbeitet er, bereits. Die Zeit bis zur Veröffentlichung kann nun ohne kriminellen Engpass absolviert werden.
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