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Horst Eckert stellt neuen Krimi vor

VON KLAUS SEBASTIAN - zuletzt aktualisiert: 28.10.2011 - 02:30

In seinem Roman "Sprengkraft" (2009) untersuchte Horst Eckert, wie die Angst vor dem Terror sich in den Alltag der Bürger schleicht und wie sich diese Angst politisch benutzen lässt. Auch sein jüngster Thriller "Schwarzer Schwan", den der Autor nun im Literaturbüro NRW vorstellte, entwickelt sich hart an der aktuellen Realität. Es geht um die Finanzkrise, um Milliardendeals, um die Schuldenlast Griechenlands, um schmutzige Geschäfte auf höchster Ebene. Dabei gelingt Eckert wieder einmal das Kunststück, nicht nur die Chefetage, sondern auch die "kleinen Leute" mit in die Handlung einzubeziehen.

Es habe ihn immer interessiert, wie sich die "großen Zusammenhänge" auf das Leben der normalen Menschen auswirken, erklärte der Autor. Die jungen Arbeitslosen Lilly und Patrick, die teure Aktentaschen in der Abfertigungshalle des Düsseldorfer Flughafens klauen, lernt der Leser schon im zweiten Kapitel des Buchs kennen. Dass der Krimi wieder in Düsseldorf spielt, dürfte für die Fans des Autors keine große Überraschung sein. Eckert lebt seit 1987 in der Landeshauptstadt. Schon in seinem ersten Krimi "Annas Erbe" (1995) standen Ermittler der Düsseldorfer Kripo im Mittelpunkt. Das Etikett "Regionalkrimi" gefällt Eckert trotzdem nicht, und es wird seinen Büchern auch nicht gerecht.

Mit der malerischen Dominanz eines Venedig in den Romanen von Donna Leon kann und soll die Stadt am Rhein nämlich nicht konkurrieren. Düsseldorfer Bankhäuser, der Aquazoo, Angermund oder Ratingen-Lintorf erscheinen eher als Kulissen hinter dem spannend geschriebenen Plot. Die Hauptdarstellerin Hanna Kaul, Investmentbankerin der fiktiven RheinBank AG, kann man sich jedenfalls gut auf der Bankenseite der Königsallee vorstellen. Überraschend sagt der RheinBank-Vorstand eine von ihr eingefädelte Milliarden-Übernahme ab. Außerdem findet Hanna heraus, dass sie ausspioniert wird. Und wenig später wird ihre Nichte Leonie entführt.

Ein unvorhersehbares Ereignis (so kann man den Begriff "Schwarzer Schwan" definieren) kommt also selten allein. Die Spur, die zu den kriminellen Urhebern führt, endet nicht nur in den Chefetagen der Finanzinstitute.

Eckert versichert, dass er nicht den "Thriller zur Finanzkrise" schreiben wollte. Bankenrettungen und andere politische Entscheidungen, die dem Bürger als "alternativlos" verkauft werden, hätten ihn aber immer schon misstrauisch gemacht. Welche Interessen stehen hinter solchen Entscheidungen, wer profitiert davon, welche Netzwerke arbeiten da zusammen, wie funktioniert politische Lobby-Arbeit ganz konkret? Diese grundsätzlichen Fragen hätten seine Neugier geweckt. Offenbar lässt er seine Ermittler im neuen Buch nun stellvertretend nach Antworten suchen.

Einige der Akteure werden treuen Lesern schon bekannt vorkommen. Eckert hält aber nichts davon, einen typischen "Tatort-Kommissar" als Schlüsselfigur auftreten zu lassen. Immer sind es Typen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, die in ihrer Situation an dem "unvorhergesehenen Ereignis" beteiligt sind. "Wie Menschen in Konfliktsituationen reagieren - das interessiert mich besonders", sagt Horst Eckert.

Lesung Am Dienstag, 8. November, liest Horst Eckert im Buchhaus Stern-Verlag, Friedrichstraße 24 - 26 aus seinem neuen Thriller. Beginn 20.15 Uhr.

Quelle: RP


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