Horst Eckert liest mit dem Kriminal-Komitee in Bilk
VON WERNER SCHWERTER - zuletzt aktualisiert: 09.11.2010 - 02:30Im wirklichen Leben wären sie entweder ein Kommissariat oder eine Bande, als Geschichtenerzähler aber bilden die glorreichen Sieben das Köln-Düsseldorfer Kriminalkomitee (KDKK), was vornehmer klingt. Aus einer Stammtisch-Idee der Dichter entstand eine Präsentationsform, die schon mehrfach in beiden rheinischen Metropolen kleine Säle füllte. Nach zwei ausverkauften Auftritten in Manes Meckenstocks früherem Haus der Freude wechselt der dritte nun in den mit 200 Plätzen doppelt so großen Saal des neuen Bürgerhauses Bilk, Bachstraße 145. Am Mittwoch, 17. November, 20 Uhr bis etwa 23 Uhr, gibt's die geballte Ladung.
Dort tritt nun die Junge Aktionsbühne (jab) der Stadt als Gastgeber auf. Die gibt es noch. Der schon 1985 wurzelnde kulturelle und nicht mehr ganz so junge und heute kaum noch bekannte Ableger des Jugendamtes aus der Ära des Sozialdezernenten und Oberstadtdirektors Karl Ranz bespielt eine neue Bühne und eröffnet mit dem KDKK eine Reihe von Krimilesungen. Zwölf literarische Einzeltäter wären pro Jahr denkbar, aber der Auftakt ist unter dem Motto "Mord en gros" ein Komitee-Geschäft, ein konzertiertes Ballern literarisch.
Die Sieben lesen nicht isoliert aus eigenen Werken, sondern jeder leiht dem Werk eines Kollegen in szenisch verteilten Rollen auch die eigene Stimme. Das und die Vielfalt der Zeiten, Orte und Taten macht den Abend vielstimmig und lebendig, verspricht Horst Eckert, der Wortführer und Marketingstratege.
Sherlock Holmes und Dr. Watson ermitteln 1903 am Nil, doch "Tod auf dem Rhein" heißt der sich daraus speisende Krimi des Kölners Stefan Winge. Das geheimnisvolle Ende der Herzogin Jakobe von Baden 1597 im Düsseldorfer Schlossturm wiederum steht im Hintergrund einer Story, die von der Düsseldorferin Sabine Klewe unter dem Titel "Die schwarzseidene Dame" im Jahr 1819 angesiedelt wird. Andere Schmöker führen in die Gegenwart, sowieso sind alle neu. 88 Menschen im Bergwerk verschüttet, unter ihnen ein Mörder, das ist der Stoff für "Das schwarze Grab" von Martin Conrath, eine Weltpremiere im Düsseldorfer Stadtteil Unterbilk. Das Erscheinungsdatum des Buchs ist geplant fürs Frühjahr.
Karten 12 Euro. Im Vorverkauf bei Kautz oder Heinersdorff 9 Euro.
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