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Hausbesitzer müssen Kanäle prüfen

VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 - 02:30

Das Landeswassergesetz schreibt vor, dass bis Ende 2015 alle Abwasser-Leitungen auf privaten Grundstücken überprüft werden. Schäden sollen festgestellt und behoben werden, damit Boden und Grundwasser nicht belastet werden. Für die Kosten muss der private Eigentümer aufkommen.

Noch knapp fünf Jahre haben Hauseigentümer Zeit, überprüfen zu lassen, ob die Kanalrohre auf ihrem Grundstück dicht sind und kein Schmutzwasser in den Boden dringen kann. Der Stadtentwässerungsbetrieb startet jetzt Informationskampagnen, um auf diese Pflicht aufmerksam zu machen.

Warum wird die so genannte Dichtigkeitsprüfung verlangt? Das Grundwasser soll nicht verschmutzt, letztlich die Gewinnung von Trinkwasser nicht gefährdet werden. Durch marode Kanalrohre können aber gefährliche Stoffe in das Erdreich gelangen. Bei vielen kleinen Schäden kann die Summe der kleinen Schadstoffmengen problematisch werden.

Warum sind private Hauseigentümer für die Prüfung verantwortlich? Die Leitungen auf privaten Grundstücken werden laut Verordnungen zum Besitz des Eigentümers gerechnet. Die Stadt ist nur für die Kanäle im öffentlichen Raum, etwa unter Straßen zuständig.

Welche Leitungen muss der Hauseigentümer überprüfen? Alle Rohrleitungen und Anschlusskanäle bis zum öffentlichen Kanal auf der Straße. Reine Regenwasserleitungen müssen nicht kontrolliert werden. Der Eigentümer muss von sich aus ein Privatunternehmen beauftragen.

Wer kann die Leitungen prüfen? Zugelassen sind nur Fachfirmen, die von der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der Ingenieurkammer Bau benannt worden sind. Die Gesamtliste der sachkundigen Firmen wird vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz geführt und ist im Internet abrufbar. www.sadipa.it.nrw.de/Sadipa

Wie muss der Eigentümer vorgehen? Am besten sucht er sich aus der Liste einige Firmen aus und lässt sich einen Kostenvoranschlag geben. Die Stadt warnt ausdrücklich vor Betrieben, die an der Haustüre Prüfungen anbieten und sofort durchführen wollen. Meist seien sie überteuert, ihre Sachkunde sei nicht gewährleistet.

Wie teuer ist eine Dichtigkeitsprüfung? Bei Einfamilienhäuser liegt sie zwischen 300 und 500 Euro. Ausschlaggebend für den Preis ist die Situation auf dem Grundstück.

Welche Verfahren gibt es? Zwei sind üblich. Entweder wird eine Mini-Kamera in das Rohr gelassen, die Schäden zeigt. Oder das Rohr wird abschnittsweise gesperrt und mit Wasser oder Luft unter hohen Druck gesetzt.

Wie kann eine Leitung saniert werden? Es gibt mehrere Möglichkeiten: Gibt es nur kleine Schäden wie Löcher oder Risse, kann ein Schlauch durch die Leitung gezogen werden, der abdichtet. Bei größeren Schäden kann unterirdisch ein Bohrkopf die alte Leitung wegfräsen und gleichzeitig ein neues Rohr legen. Oder die Leitung wird ausgebuddelt und in offener Bauweise ersetzt.

Wie kann eine Dichtigkeitsprüfung nachgewiesen werden? Das Fachunternehmen stellt eine Bescheinigung über die Prüfung aus und bestätigt, dass alles in Ordnung ist. Die Stadt empfiehlt zudem, eine Dokumentation anzulegen mit einem Bestandsplan der Leitungen, der Angabe des Prüfverfahrens, eine Beschreibung der Prüfergebnisse und der eventuellen Sanierung. Der Eigentümer muss die Bescheinigung aufbewahren und bei Kontrollen der Stadt oder anderer Behörden vorlegen.

Dient die Prüfung nur dem Grundwasserschutz? Nein, sie kann auch weitere wichtige Hinweise geben, beispielsweise über Hohlräume, die sich an der Leitungen, eventuell sogar unter dem Kellerboden gebildet haben und zu Absackungen führen können. Verstopfte Rohre können zudem nach heftigen Regenfällen zu Rückstaus und Überflutungen im Keller führen.

Wie oft ist eine Dichtigkeitsprüfung nötig? Alle 20 Jahre. In Wasserschutzgebieten läuft die Frist für die Prüfung früher ab. Die Stadt informiert die Eigentümer.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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