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Flughafen: 300 Taxifahrer im Streik

VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 25.07.2009 - 02:30

Ein Warteplatz voller Dreck und Schlaglöcher, keine Waschgelegenheit und acht Dixiklos für bis zu 300 Fahrer – die haben die Nase voll. Sie wollen notfalls auch am Montag noch einmal streiken. Der Flughafen sucht nach einem Ausweichgrundstück – bislang ohne Erfolg.

Es. waren eine Menge Tropfen, die das Fass zum Überlaufen brachten: Uwe Löwenstern saß bei geöffnetem Fenster in seinem Taxi auf dem Warteplatz an der Wanheimer Straße, und als neben ihm ein Kollege anfuhr, "spritzten Matsch und Regenwasser bis in mein Auto."

Die Taxi-Genossenschaft verlangt von ihren Fahrern ein gepflegtes Erscheinungsbild auch für das Auto. Bei Verstößen kann das den Service-Taxi-Schein kosten. "Aber wie sollen wir gepflegt aussehen, wenn wir auf unserem Warteplatz Gummistiefel brauchen?", fragt Löwenstern.

Und nicht nur er. Knapp 300 Taxifahrer starteten am Donnerstagabend auf dem Warteplatz, fuhren von dort zornig hupend im Autokorso auf der Ankunftsebene am Terminal vorbei. Die Kollegen, die dort an den Vorfahrten warteten, applaudierten und ließen ihre Türen verschlossen, erklärten den Fluggästen den Grund für den Streik. Den Urlaubsheimkehrern war das aber ziemlich egal – sie suchten und fanden ein Stockwerk höher fahrbereite Taxen auf der Abflugebene.

Magdalena Rüßeler, Vorstandsmitglied der Genossenschaft, hat Verständnis für die Streikenden und für die Fahrer, die sich daran nicht beteiligten. "In den Sommerferien ist es eh schwer genug, Geld zu verdienen." Gerade das aber zeigt den Leidensdruck bei Taxi-Unternehmern wie Löwenstern oder Sedat Yüksel. "Wenn sich nicht bald etwas ändert, wiederholen wir den Streik." Am Montagvormittag wollen sie die Arbeit erneut einstellen. "Die Genossenschaft muss endlich etwas tun, dafür zahlen wir schließlich Beiträge", sagt Yüksel.

"Ich kann doch keinen Platz herbeizaubern", sagt dagegen Magdalena Rüßeler. Vor einem Jahr musste die Genossenschaft ihren alten Warteplatz, von dem aus die Wagen zu den Terminal-Vorfahrten nachrücken, räumen. Denn dort wird nun das Mietwagenzentrum gebaut. Und während die Wagen, die nur die Plätze vor den Lufthansa-Schaltern anfahren, einen asphaltierten Platz mit Toilettenanlage und Imbissbude haben, kamen die anderen vorübergehend zur Wanheimer Straße. So lange bis der Platz am Parkhaus 24 ausgebaut sein würde. Das war für August geplant.

"Wir stellen das Gelände zur Verfügung, bewirtschaften muss es die Taxi-Genossenschaft", sagt Flughafensprecher Christian Witt. Auf dem alten Kaufring-Gelände aber gibt es keinen Wasseranschluss, der Toilettenwagen der Genossenschaft kann da nicht angeschlossen werden. Deshalb gibt's nur acht Chemietoiletten, "ohne Gelegenheit zum Händewaschen, eine Riesensauerei", schimpft Löwenstern. Und auch wenn die Taxi-Genossenschaft den Platz gelegentlich mit Schotter auffüllt, sind beim ständigen Stop-and-Go auf dem Warteplatz schnell wieder riesige Schlaglöcher da, die sich bei Regen in Seen und bei Hitze in eine staubige Kraterlandschaft verwandelt. Süleyman Yildimaz hat seinen Daimler vorige Woche gekauft. "Jetzt klappert schon die Vorderachse."

Magdalena Rüßeler hofft, dass der lautstarke Protest "beim Flughafen angekommen ist". Der aber, sagt Christian Witt, kann Parkplatz 24 nicht wie geplant herrichten. Die städtische Bauaufsicht habe Auflagen gemacht, die nicht vor Februar erfüllt werden könnten. So soll der neue Warteplatz nicht bloß mit Rasensteinen gepflastert, sondern asphaltiert und mit einer Entwässerungsanlage ausgestattet werden.

Seit gestern suchen die Verantwortlichen am Flughafen "mit Hochdruck" eine "kurzfristig, aber dauerhafte" Lösung. Dazu, sagt Witt, müsse man auch mit anderen Unternehmen reden. Er hofft, dass "sich das Problem ganz schnell erledigt."

Quelle: Rheinische Post

 
 
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