Grefrath: Eltern: "Wir werden Mirco im Himmel wiedersehen"
zuletzt aktualisiert: 04.02.2011 - 02:30Grefrath (RP). Dieser Brief von Mircos Eltern wurde während des Trauergottesdienstes verlesen:
"Unser Mirco!
Freundlich, lebenslustig, immer ein Lächeln auf den Lippen, freiheitsliebend, eigensinnig, Rhythmus im Blut, es blieb kein Besteck still liegen, sondern wurde zum Schlagzeug umfunktioniert.
Kleiner Schelm und guter Versteckkünstler, Klettern fand er super. Er war unser Clown und unsere Sportskanone. Egal, welchen Sport, ob Fußball, Reiten, Eisschnelllauf, er war einfach top.
Mit seinem Fahrrad und Freunden Touren unternehmen, war sein Ding. Am liebsten wurde die Freizeit auf verschiedenen Bauernhöfen verbracht. Er war gerne an der frischen Luft, und wenn er groß ist, wollte er Bauer werden.
So manch einen hat er auch auf die Palme bringen können mit seinem stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Mirco war etwas Besonderes, manchmal haben wir ihn selbst nicht verstanden.
In der Schule haben wir manche Höhen und Tiefen durchlebt, manche Lehrerin kann ein Lied davon singen (...).
Das Verschwinden von Mirco vor fünf Monaten hat uns alle erschrocken, viele Fragen, Gedanken und Gerüchte kamen auf. Grefrath war nicht mehr das Grefrath, das wir aus Kindertagen kannten. Angst machte sich breit, die Kinder wurden nur noch in Begleitung zur Schule und ihren Freizeitaktivitäten gebracht.
Viele wussten nicht, wie sie sich verhalten sollen – wir ja auch nicht. Unsere Kinder wollten so schnell wie möglich wieder ein normales Leben und einen geregelten Alltag. Der Bruder fehlt, es ist so still im Haus, Tränen fließen, und es soll endlich ein Ende her.
Suchtrupps der "Soko-Mirco" rollten durch unseren Ort, Helikopter kreisten über Grefrath, eine intensive Suche begann. Es war eine angespannte, bedrückende Zeit. Wir als Familie haben uns aber vom ersten Tag an nicht alleingelassen gefühlt, da wir ganz genau wussten: Alles, was Gott tut, ist vollkommen, und was der Herr sagt, ist unzweifelhaft wahr.
Wer in Gefahr ist und zu ihm flieht, findet bei ihm immer sicheren Schutz (2. Samuel 22, 31). Dieser Bibelvers hat uns vom ersten Tag des Verschwindens von Mirco begleitet. Wir als Familie haben Trost gefunden durch gemeinsames Gebet, Lobpreis und Bibellese.
Mirco war immer einer, der nicht gerne fotografiert werden wollte und jetzt ... Sein Bild ging durch Deutschland und in die ganze Welt.
Der 26. Januar 2011 wurde ein ganz harter Tag für uns. Ein Verdächtiger ist festgenommen und Mirco gefunden. Entsetzlich und grausam, unser Sonnenschein Mirco kommt nicht wieder.
Er hat sein Leben gelassen für einen erwachsenen Menschen, der seinem beruflichen Stress und Druck Luft machen wollte. Wir als Familie glauben, dass für diesen Druck und Stress und alle unsere Sorgen und Sünden schon vor vielen Jahren ein anderer junger Mann gestorben ist. Er heißt: Jesus! Er hat die Last der Welt von uns auf sich genommen. Und da Mirco so wie wir an diesen Jesus geglaubt hat, ihn liebgewonnen hat als Freund und Vater, dürfen wir uns freuen, Mirco im Himmel wiederzusehen."
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