Düsseldorf im Stimmungstest
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 29.09.2011 - 02:30Nach der so genannten Zuversichtsstudie der Allianz, die gemeinsam mit der Uni Hohenheim erstellt wird, zeigen die Düsseldorfer sich skeptisch in ihrer Einschätzung der allgemeinen Lage. Die persönliche Situation sehen sie aber positiv. Insgesamt am gelassensten schaut man in Köln nach vorn.
Die Düsseldorfer machen sich offenbar Sorgen um die Entwicklung Deutschlands: 27 Prozent von ihnen beurteilen die Aussichten "mit Zuversicht" oder mit "großer Zuversicht". Das sind 14 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor. Damit liegt Düsseldorf in einer Liste von 14 befragten deutschen Großstädten auf einem der hinteren Plätze. Nur in Essen und Dresden schauen die Menschen noch ängstlicher in die Zukunft. Allerdings liegen die Skeptiker bundesweit in einem gängigen Trend: Der negative Stimmungsumschwung ist eindeutig. Den Spitzenplatz in Sachen Optimismus hält dagegen Köln: 43 Prozent der Menschen im Schatten des Doms sind der festen Überzeugen, dass alles gut wird – voriges Jahr waren es lediglich 33 Prozent.
Schuldenkrise drückt
Gesunken ist in Düsseldorf auch die Zuversicht für die allgemeine Wirtschaftslage Deutschlands in den kommenden zwölf Monaten: Der Umfragewert (35 Prozent) hat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ebenfalls um 14 Prozentpunkte abgenommen. Die Stimmung im Hinblick auf Umwelt- und Klimaschutz ist im Vergleich zum dritten Quartal 2010 ebenfalls gesunken (minus vier Prozentpunkte). 29 Prozent der Düsseldorfer sehen die aktuelle Entwicklung dieses Bereiches positiv.
Stabil geblieben sind dagegen die Ergebnisse für die gesetzliche Pflege- und Krankenversicherung mit zwölf Prozent (minus zwei Prozentpunkte), für die Qualität der Bildung mit 24 Prozent (minus ein Prozentpunkt) sowie für die gesetzliche Rentenversicherung mit 16 Prozent (plus ein Prozentpunkt). "Der Wirtschaftsraum Rhein-Ruhr ist weiterhin sehr stark, und die Arbeitslosenquote in Düsseldorf hat im August weiter abgenommen. Dennoch beunruhigen die Diskussionen um die Wirtschaftskrise und die Zukunft des Euros die Modestadt Düsseldorf. Das überlagert die positive wirtschaftliche Entwicklung vor Ort und schlägt sich in einer allgemein schlechteren Beurteilung der Zukunft Deutschlands nieder", so Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich begleitet.
Persönlicher Blick? Optimistisch
Die Zuversicht der Düsseldorfer für den persönlichen Bereich hat sich nahezu konstant gehalten. Am positivsten beurteilen sie das eigene Zuhause: Unverändert zum Vorjahreszeitraum sieht die Mehrheit der Einwohner (80 Prozent) die zukünftige Entwicklung in diesem Bereich optimistisch. Und auch die Stimmungslage in Bezug auf Familie, Partnerschaft und Kinder ist mit 70 Prozent stabil geblieben.
Die finanzielle Versorgung im Alter wird mit 43 Prozent positiver gesehen als vor einem Jahr (plus sechs Prozentpunkte), während der Optimismus für die finanzielle Versorgung bei Krankheit und Pflege auf 42 Prozent zurückgegangen ist (minus acht Prozentpunkte). Bei der Zuversicht für das persönliche Leben liegt Düsseldorf im Vergleich mit den anderen deutschen Großstädten im Mittelfeld.
"Die deutsche Wirtschaft ist kräftig gewachsen, doch der Gegenwind nimmt zu. Es verunsichern die Diskussionen um die Zukunft des Euros. So schlecht wie 2009 ist die Stimmung aber derzeit bei weitem nicht", erklärt Michael Heise, Chefvolkswirt und Leiter der Unternehmensentwicklung der Allianz, die aktuellen Ergebnisse der Zuversichtsstudie.
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