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Die Partys am Straßenrand

VON INA LAUER - zuletzt aktualisiert: 09.05.2011 - 02:30

Rasseln, Klatschen, Anfeuern – wichtige Wegbereiter der Marathon-Teilnehmer sind die Zuschauer am Straßenrand. Sambatruppen stimmten die Läufer ein. An der Fritz-Wüst-Straße war die Stimmung bombig, an der Kö verhalten.

Gegen 10 Uhr drängen immer mehr Menschen auf die Oberkasseler Brücke, als die ersten Läufer diese passieren. Mitreißende Sambarhythmen empfangen die Einradfahrer, Biker und Läufer auf der Luegallee. "Ganza absurdo" heißt die Truppe, die zunächst auf der rechten Straßenseite trommelt, was das Zeug hält. Um die Marathon-Läufer auch gebührend nach neun Kilometern Lauf linksrheinisch zu verabschieden, wechseln die 22 Musiker schließlich die Straßenseite.

An der Luegallee verfolgen tausende von Zuschauern das Marathonrennen. Die beiden Schwestern Lena (14) und Luana (13) sind zwei davon, die sich rechts und links der Läuferschneise mit Schildern postiert haben. "Go Gabi Go" steht in roten Buchstaben auf ihren Plakaten "Wir feuern unsere Mama an", erklärt Lara, "sie läuft aber nur den Halbmarathon mit."

Straßenfest in Eigenregie

Die Stimmung an der Luegallee ist gut, zum Belsenplatz hin werden es jedoch weniger Zuschauer. Auch dort hat sich eine Percussion-Band postiert. Die acht Musiker aus Mönchengladbach sind "StixMix" und hauptsächlich Schüler, die seit 10 Uhr die Läufer anfeuern.

Edda Krauskopf wohnt seit sechs Jahren nicht mehr an der Fritz-Wüst-Straße – trotzdem zieht es die ehemalige Bewohnerin noch in ihre alte Nachbarschaft. Dort gibt es zwar keinen Samba, dafür aber eine eingeschworene Nachbarschaft, die ihr eigenes Straßenfest veranstaltet. In der kleinen Querstraße, die zwischen Marathon-Kilometer 27 und 28 liegt, organisieren die Anwohner alles in Eigenregie – angefangen vom Kuchen backen, Bierwagen bis zur Live-Musik von den Düssel Fööss. "Ich komme gerne hierher, denn die Stimmung ist einfach toll", sagt Krauskopf. Für das Straßenfest hat sie Kuchen gebacken und verkauft Lose, deren Erlös als Spende an die Aktion "Lichtblicke" geht. Unterstützer des Straßenfests und der Spendenaktion ist seit mittlerweile fünf Jahren auch der Oberkasseler Gastronom Giuseppe Saitta. 300 Portionen Lasagne hat Saitta vorbereitet und verkauft es für einen guten Zweck.

Wenig los auf der Kö

Die Zuschauer an der Fritz-Wüst-Straße schätzen die familiäre Stimmung. Das kann man von der Königsallee nicht behaupten. Die vierköpfige Sambatruppe in Höhe des Sevens wirkt recht verloren. In Nähe der Bühne am Graf-Adolf-Platz feuern nur wenige Fans ihre Läufer an, auch wenn es Live-Musik unter anderem von der Jazzabend "Cartwheelers" und dem Orchester "Ardo" gibt. "Wir sind ganz enttäuscht", sagt Sabine Frings, "in den letzten Jahren war die Stimmung besser." Carmen Baumeister kann nur zustimmen. "An den Staffelpunkten war eindeutig mehr los." Um auf den letzten zwei Kilometern die Läufer zu ermuntern, drängen sich an der Ecke Kö/Steinstraße mehr Fans, wie etwa Norbert Przystupa. Der ehemalige Marathonläufer feuert nicht nur seine Tochter an, sondern hat für jeden Läufer ein aufmunterndes Wort: "Aus 20 Jahren Marathonerfahrung, weiß ich, wie man sich auf den letzten Metern fühlt."

Quelle: RP


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