Der kunterbunte Japan-Kosmos
VON JUTTA LAEGE - zuletzt aktualisiert: 28.05.2010 - 02:30Die japanische Gemeinde in Düsseldorf umfasst rund 8000 Mitglieder. Dabei wird manchmal vergessen, dass das Leben der Freunde aus Fernost hier sehr vielfältig ist. Wir stellen fünf vor, die mitten unter uns sind.
Japaner gehören inzwischen zu Düsseldorf wie das Altbier. Die japanische Gemeinde ist mit 8000 Eiwohnern die größte Deutschlands. Der Japantag feiert bereits seine 29. Auflage, sein Feuerwerk lockt Hunderttausende Gäste aus allen Teilen der Republik. Nirgendwo ist Nippon in diesen Tagen so präsent wie am Rhein. Dabei wird manchmal missachtet, dass das japanische Leben hier längst nicht nur aus Sushi und Sashimi besteht. Der Japan-Kosmos ist genauso bunt wie Düsseldorf – dank seiner vielfältigen Menschen.
Miya Suzuki, Moderatorin
Seit zehn Jahren lebt die zierliche Frau aus Tokio in Düsseldorf. "Ich wollte unbedingt Deutsch lernen", erzählt sie. Eifrig studierte sie am Goethe-Institut und im Sprachforum Heinrich Heine, bis sie ihrem Beruf auch in Deutschland nachgehen konnte. Miya Suzuki macht Reportagen und Beiträge fürs japanische und fürs deutsche Fernsehen. Am Japantag feiert sie eine Premiere: Als Moderatorin wird sie gemeinsam mit Petra Albrecht vom WDR auf der Hauptbühne am Burgplatz stehen. "Darauf freue ich mich sehr." Ihr Traum ist ein Fernsehformat für Japaner in Deutschland.
Saori Takano, Hebamme
Schon während ihrer Kindheit in Niigata bei Nagano war der 23-Jährigen klar, dass sie Hebamme werden möchte. Während eines Praktikums in Deutschland sah sie zum ersten Mal, was Geburtshilfe bedeutet. Und beschloss, dass sie ihren Traum gerne in Düsseldorf realisieren würde. "Es hat mir so gut gefallen hier", erzählt sie. Und so machte sie ihre Ausbildung (in Oldenburg), um sich danach gleich wieder in Düsseldorf zu bewerben. Am Marien-Hospital gehört Saori Takano nun seit knapp zwei Monaten zum festen Team des Kreißsaals. "Was mir besonders am deutschen System gefällt, ist, dass wir Hebammen auch für die Vor- und Nachsorge zuständig sind. Das ist in Japan anders. Ich arbeite gerne mit Frauen und Müttern zusammen. Es ist wunderbar dabei sein zu dürfen, wenn ein Kind zur Welt kommt", schwärmt sie. Bei einer Geburt sei das gegenseitige Vertrauen das Wichtigste. "Eine Geburt bedeutet Teamarbeit", ist Saoris Credo. Das Marien-Hospital wird häufig von japanischen Patienten ausgewählt, was unter anderem mit der Nähe des Krankenhauses zu japanischen Einrichtungen und Firmen zu tun hat. Ein japanisches Baby hat Saori aber noch nicht mit auf die Welt gebracht. Aber, da ist sie sicher: "Das wird bald kommen!"
Yurie Takagi, Buchhändlerin
Die Familie von Yurie Takagi stammt aus Kyushu, der südlichsten Insel Japans. Sie selbst wurde in Hamburg geboren, kam aber schon als Kind Anfang der 70er Jahre nach Düsseldorf. Seit fünf Jahren führt sie die Buchhandlung Takagi an der Marienstraße. Ihr Schwerpunkt: natürlich Japan. "Wir führen japanische Bücher, Bücher über Japan, Lehrbücher, Reiseführer und Mangas." Vor allem die japanischen Comics haben es den Käufern angetan. "In Deutschland sind Mangas sehr im Trend", weiß Yurie Takagi. Die Bände laufen fast so gut wie in Japan selbst. Und zum Japantag kommen immer mehr Fans, die sich als Manga-Helden verkleiden, was Yurie Takagi richtig freut: "Toll, wie sich die Leute für Japan interessieren", sagt sie. Sie selbst wird tagsüber arbeiten müssen. Um 12 Uhr gibt es eine Signierstunde mit den deutschen Manga-Zeichnerinnen von "Lilientod". "Abends werden wir uns aber das Feuerwerk anschauen. Von der Oberkasseler Brücke hat man den besten Blick."
Gengo Seta, Fortuna-mitarbeiter
Eigentlich wollte Gengo Seta (29) aus Tokio Fußball-Profi werden. Was lag da näher, als sich mal in der Fußballnation Deutschland umzuschauen? Bevor er nach Düsseldorf kam, studierte er Sportmanagement. 2005 stieß er dann zur Fortuna, spielte zeitweise in der 2. Mannschaft. "Die haben mich alle super aufgenommen", erzählt er. "Ich habe wirklich beim Fußballspielen Deutsch gelernt." Für die ganz große Sportkarriere hat es zwar nicht gereicht. Dafür kann sich Fortuna jetzt mit Gengos Marketing-Fähigkeiten schmücken. Er arbeitet mit einer japanischen Kollegin daran, Fortuna und Japan zusammenzubringen. Fan-Projekte, Austausch-Projekte, Werbung für den Verein. Auch beim Japantag ist Fortuna mit einem eigenen Stand an der Rheinuferpromenade vertreten. Im Gepäck: 200 niegelnagelneue Fortuna-Japan-Freundschafts-T-Shirts
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Nao Yamaoka, Köchin
Algensalat, Okraschoten, Nori- Blätter, Miso Suppe, Teppan-Yaki: All das hat Nao Yamaoka, neue Köchin im Team des Breidenbacher Hofes, auf dem Speisenplan. "Mit unseren japanischen Kollegen wollen wir den speziellen Wünschen japanischer Gäste entgegenkommen", lautet die Devise. Was nicht heißt, dass nicht auch deutsche Gäste gerne mal kosten können...
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