CO-Pipeline: Urteil erst 2010
zuletzt aktualisiert: 16.09.2009 - 02:30Düsseldorf. In der Auseinandersetzung um die umstrittene CO-Pipeline, die die Chemie-Standorte Dormagen und Uerdingen miteinander verbinden soll, rechnet die Bezirksregierung Düsseldorf frühestens zum Jahresanfang 2010 mit dem Verfahrensbeginn vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf. Seit Juni sind sechs neue Klagen gegen das Bauvorhaben von Bayer Material Science erhoben worden, die Beweisaufnahme hat noch nicht begonnen.
Derzeit ruhen die Bauarbeiten an der Trasse laut Regierungspräsident Jürgen Büssow, da an einigen Abschnitten immer noch nicht geklärt ist, ob sich möglicherweise Blindgänger oder Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg in der Nähe der Pipeline befinden. Wie unsere Zeitung berichtete, hatten Wingas und Bayer den Bau in einigen gefährdeten Abschnitten ohne Prüfung vorangetrieben. Insgesamt gibt es entlang der 67 Kilometer langen Trasse nach Luftbildaufnahmen insgesamt 14 Verdachtsfälle, die fast ein Viertel der Baufläche betreffen.
Bayer und Wingas als ausführendes Bauunternehmen hätten inzwischen umfangreiche Stellungnahmen abgegeben, es seien aber weiterhin Fragen offen. Als Nächstes sei dann zu prüfen, mit welchem Verfahren die Kampfmittelfreiheit nachträglich geprüft werden könne. Büssow: "Zur Not wird das von Hand ausgebuddelt. Bei Kampfmitteln hört der Spaß nun wirklich auf." Die Bezirksregierung werde den Betreibern nichts durchgehen lassen, "wo irgendeine Sicherheitsfrage offen bleibt".
Den Bürgerinitiativen, die entlang der Trasse gegen die Inbetriebnahme kämpfen, sagte Büssow eine transparentere Kommunikation zu. Künftig werde die Bezirksregierung über aktuelle Ereignisse direkt informieren. Entschieden werde die Sache letztlich vor Gericht.
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