Hilden: CO-Pipeline: Gegner bemängeln "Rohr-Buch"
zuletzt aktualisiert: 18.05.2011 - 02:30Hilden (RP). Die 67 Kilometer lange Kohlenmonoxid-Leitung zwischen Dormagen und Uerdingen ist eines der politisch am heftigsten umstrittenen Industrie-Projekte in NRW. Ab Montag beschäftigt sich das Verwaltungsgericht Düsseldorf mit zwei Klagen gegen die Gas-Leitung der Firma Bayer, gegen die bereits über 110 000 Bürger protestiert haben. Gestern legten Vertreter der Bürgerinitiativen gegen die CO-Pipeline mit einer Pressekonferenz in Hilden noch einmal nach. Das "Rohr-Buch", eine technische Baudokumentation der Pipeline, enthalte Mängel. Ein Gutachter des TÜV Hessen habe alles "willig abgenickt", sagte Pipeline-Gegner Erich Hennen. Demselben Gutachter habe das Verwaltungsgericht Düsseldorf im Mai 2009 bescheinigt, eine "gänzlich unverwertbare", weil parteiliche Stellungnahme zur Sicherheit der CO-Leitung vorgelegt zu haben, so die Kritiker.
Die Bürgerinitiativen haben Sorge, dass das "Rohr-Buch" nicht mehr überprüft wird – möglicherweise auch nicht durch Gerichte. Deshalb müssten Landtag und Landesregierung tätig werden. Bayer wollte zu den Vorwürfen im Einzelnen gestern keine Stellung nehmen. Offene Fragen würden ab Montag vor Gericht geklärt werden.
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