Oberhausen: Bahn stellt Betuwe-Pläne vor
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 21.01.2012 - 02:30Oberhausen (RP). Die Deutsche Bahn geht im Streit um den geplanten Ausbau der Betuwe-Linie in die Offensive: Mit Transparenz und Bürgernähe will der Konzern den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. "Wir wollen nichts verschweigen, alles offen legen und den besorgten Menschen die Angst nehmen", sagte ein Bahnsprecher.
In den nächsten Monaten will die Bahn die Anwohner entlang der Strecke demonstrativ mit einer Reihe von Informationsveranstaltungen über den Ausbau der Strecke aufklären – wie etwa vorgestern in Oberhausen. Dort stellte der Konzern die Pläne für den ersten Bauabschnitt bereits vor. Demnach wird die Linie dort auf einer Strecke von drei Kilometern zwischen dem Oberhausener Hauptbahnhof und dem Sterkrader Bahnhof verlaufen und eine 1,70 Meter hohe Lärmschutzwand bekommen. Baustart sei frühestens im Sommer 2013, teilte ein Bahnsprecher mit. In den nächsten Wochen können die Oberhausener ihre Einwände schriftlich äußern. Weil der Großteil der Strecke dort durch ein Gewerbegebiet führt, halten sich in Oberhausen die Proteste jedoch vergleichsweise in Grenzen.
Stärker betroffen sind die Städte am Niederrhein – wie etwa Dinslaken, Emmerich und Wesel, wo die Güterzugstrecke vor allem entlang von Wohngebieten verläuft. Seit Jahren protestieren Bürgerinitiativen deswegen schon gegen den geplanten Ausbau. In Haldern bei Rees wird sich durch die Erweiterung der Strecke sogar das Ortsbild nachhaltig verändern, weil unter anderem eine Unterführung gebaut werden muss. Wie in Oberhausen informierte die Bahn auch schon dort die Bürger konkret über die Ausbaupläne. "Wann die anderen Städte an der Reihe sind, können wir noch nicht sagen", so ein Bahnsprecher.
Die Betuwe-Linie verbindet die Häfen Amsterdam und Rotterdam mit dem Ruhrgebiet. Die Güterzugstrecke soll dreigleisig ausgebaut werden, um die Kapazität zu erhöhen. Der Ausbau zwischen der niederländischen Grenze und Oberhausen kostet rund 1,3 Milliarden Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich verpflichtet, 36 Prozent der Kosten zu tragen – den Rest übernimmt der Bund. Wann mit dem Ausbau der ersten Abschnitte begonnen wird, steht noch nicht fest.
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