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Axel Kollar im Alter von 76 Jahren gestorben

VON DOROTHEE KRINGS - zuletzt aktualisiert: 20.12.2011 - 02:30

Er wollte sich vom Theater überraschen lassen, war nicht engstirnig festgelegt auf einen Schauspielerstil, eine Regiehandschrift, sondern offen, sich von jeder einzelnen Inszenierung packen und neu überzeugen zu lassen. Mit dieser Haltung war Axel Kollar ein idealer Vermittler zwischen Theater und Publikum – und so verstand er auch seine Aufgabe als Vorsitzender des Vereins der Freunde des Düsseldorfer Schauspielhauses.

Er hatte dieses Amt von Professor Gert Kaiser übernommen, gehörte dem Verein schon viele Jahre zuvor an. Als ehemaliger Kapitalmarkt-Vorstand der WestLB verfügte er über glänzende Kontakte in Wirtschaft und Politik, die er für das Schauspielhaus fruchtbar machte. Und er hatte die Energie und Leidenschaft, die man für einen solchen Posten braucht. So wurde Axel Kollar ein wichtiger Ratgeber für das Theater, förderte den lebendigen Austausch zwischen dem Haus und den Bürgern der Stadt, warb dafür, nicht nur die Oper, sondern auch das Sprechtheater als einen anregenden Treffpunkt für Freunde, Bekannte, Geschäftspartner – die Öffentlichkeit anzunehmen.

Dabei hatte Kollar auch ganz praktische Fragen stets im Blick. Als das Schauspielhaus etwa nach den Verzögerungen beim Umbau des Großen Hauses die Eröffnungspremieren verschieben musste und die Premiere des Stückes "Karte und Gebiet" von Michel Houellebecq zunächst auf den 15. Oktober legen wollte, fiel dem Chef des Freundeskreises sofort auf, dass die Aufführung dann mit dem verschobenen Japantag kollidiert wäre. Natürlich griff er sofort zum Telefon, der Termin wurde verschoben. Kollar wollte, dass die Menschen ins Schauspielhaus strömen, dass die Bühne die Aufmerksamkeit bekommt, die jedes Theater braucht, um die Bühnenkünstler in Düsseldorf aber besonders kämpfen müssen.

Außerdem lag Kollar der Zuschauernachwuchs am Herzen. Er setzte sich für Projekte ein wie "Theaterfieber", durch die Schüler und Lehrer günstig ins Theater gehen können. Soziale Herkunft und Einkommen sollten der Begeisterung für das Theater nicht im Wege stehen – dafür hat sich Kollar engagiert. Wie man andere für die eigenen Ziele begeistert, Förderer findet für wichtige Projekte, hat der Volljurist auch in seinem beruflichen Werdegang bewiesen. Von 1981 bis 1997 gehörte er dem Vorstand der damaligen Westdeutschen Landesbank an, gestaltete vor allem den Aufbau des internationalen Geschäfts, wurde darum anerkennend "Außenminister" der Bank genannt. Seinen Vorstandsposten gab er im Zuge der Umorganisation des Hauses im Alter von 61 Jahren ab. Die Universität Köln ernannte den Fachmann für Wertpapier- und Börsenfragen damals zum Honorarprofessor.

Am Wochenende ist Axel Kollar im Alter von 76 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Der Förderverein des Schauspielhauses verliert einen klugen, umtriebigen Vorsitzenden und Düsseldorf einen wahren Theaterfreund.

Quelle: RP


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