Atommüll-Transport vor Start?
zuletzt aktualisiert: 07.06.2010 - 02:30DUISBURG/AHAUS (tüc) Atomkraftgegner rechnen ab heute mit ersten Castor-Transporten in das Zwischenlager Ahaus (Kreis Borken). Mehrere Initiativen gehen davon aus, dass die ersten Transporte von einer Betriebsstätte der "Gesellschaft für Nuklear-Service" (GNS) in Duisburg-Wanheim starten. In der sogenannten "Konditionierungsanlage" wird Atommüll lagerfähig verpackt. Der Transport des Atommülls soll sowohl auf der Schiene als auch über die Autobahnen A 2 und A 3 erfolgen.
Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte der GNS am 26. Mai die letzte erforderliche Genehmigung erteilt, um in Ahaus so genannte "Betriebs- und Stilllegungsabfälle" zwischenlagern zu können. Nach Darstellung der GNS handelt es sich dabei "beispielsweise um Bauschutt, Putzlappen, Metallschrott sowie ausgebaute Anlagenteile". Diese sollen "in unterschiedlichen Behältern aus Beton, Guss und Stahl" in das Zwischenlager verbracht werden.
Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" beobachtet nach eigenen Angaben schon seit Tagen "hektische Vorbereitungen sowie eine erhöhte Polizeipräsenz" rund um das Zwischenlager. Laut der Atomkraftgegner soll die Verpackungsanlage in Duisburg-Wanheim angeblich ihre maximale Lagerkapazität erreicht haben. In Zukunft solle in der Anlage Atommüll auch "endlagerfähig" neu verpackt werden.
Der Atommüllverpacker GNS ist auch Betreiber der beiden deutschen Zwischenlager Ahaus und Gorleben. Eigentümer der Firma sind unter anderem deutsche Atomkraftwerks-Betreiber wie RWE und E.ON. In Ahaus lagern aktuell rund 330 Castor-Behälter. Genehmigt sind 3960 Tonnen Brennstäbe aus laufenden Atomkraftwerken sowie Brennelemente aus Forschungsreaktoren.
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