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Anspruchsvolle Hörbücher aus Flingern

VON LIESA BEERMANN - zuletzt aktualisiert: 06.01.2012 - 02:30

Wer regelmäßig in Flingern unterwegs ist, hat ihn sicher schon einmal gesehen: den kleinen, etwas unscheinbaren Buchladen mit dem Namen Onomato. Dass sich hinter dieser Fassade ebenfalls die Heimat des Onomato Künstlervereins sowie des gleichnamigen Verlags befindet, ist auf den ersten Blick kaum ersichtlich.

Wer sich jetzt fragt, woher er den Namen kennt: Der Verlag, geleitet von Axel Grube, verkauft seine Hörbücher mittlerweile sehr erfolgreich und hat im vergangenen Jahr das Hörbuch zu der viel gelobten Kafka-Biografie "Kafkas Spiele" von Reiner Stach herausgebracht.

"Angefangen hat das Ganze mit dem Hörbuchboom Ende der Neunziger Jahre", erklärt Inhaber und Vereinsgründer Axel Grube. "Ich habe vorher als Musikproduzent gearbeitet und hatte über den Ratinger Hof viel Kontakt zu Künstlern. Darüber hat sich die Idee für einen Hörbuchverlag entwickelt, aber gleichzeitig eben auch für den Künstlerverein."

Während der Verein durch seine intensive Gesprächskultur dazu dient, Künstlern und Kunstinteressierten einen fruchtbaren Austausch zu ermöglichen, verfolgt der Verlag einen klaren Bildungsauftrag. "Unsere Hörbücher setzen sich bewusst mit Autoren auseinander, die heute außerhalb der Schulen kaum mehr gelesen werden, wie Kafka oder Kirkegaard. Sprache spielt beim Verstehen dieser Werke einfach eine große Rolle. Gut gelesen erschließt sich der Sinn viel schneller", erklärt Grube.

Sprachkultur spielt eine wichtige Rolle bei Onomato. Mit Unterstützung des Kulturamts Düsseldorf gibt es auch regelmäßige öffentliche Veranstaltungen, bei denen Künstler zum Gespräch gebeten werden. Auch hier ist es das Ziel, Kunst für das Publikum zugänglicher zu machen. "Die orale Tradition geht heute völlig verloren, dabei ist sie äußerst geeignet, um Kultur zu vermitteln", erzählt der 52-Jährige.

Sein Traum ist es schon seit langem, Onomato zu einer Art Hochschule für Medienkunst weiterzuentwickeln. Heute vergibt der Verein bereits Stipendien für Nachwuchskünstler, die die Räumlichkeiten und Technik des Vereins nutzen können und auch sprachlich ausgebildet werden.

Das nächste Werkgespräch mit dem Autoren Hubert Schober findet am Donnerstag, 12. Januar, um 20 Uhr an der Birkenstr. 97 statt.

Quelle: RP


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