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Alexandra von der Weth mit großem Solo

VON REGINE MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 20.05.2010 - 02:30

Ganz besonders hoch hatte diesmal Ernst von Marschall dem Jugendsinfonieorchester der Tonhalle und dem Jungen Konzertchor Düsseldorf die Latte gelegt und in der Reihe "Big Bang" Johannes Brahms' "Ein Deutsches Requiem" mit Robert Schumanns "Requiem für Mignon" konfrontiert. Während Letzteres selten zu hören ist und mit seinen nur knapp 17 Minuten gleichsam nur vorbei huscht, gilt die Brahms'sche Totenmesse als anspruchsvolles Gipfelwerk ihrer Gattung.

Der Abend begann verheißungsvoll: Schumanns Goethe-Vertonung auf den Text aus "Wilhelm Meisters Lehrjahren" gelang rundum schlüssig, frisch zupackend das Orchester, eng verzahnt der Dialog des transparent, klangweich und duftig klingenden Chors mit dem vorzüglichen Solistenquintett. Insbesondere die Stärken des groß besetzten Chors rückten bei Schumann ins beste Licht.

Bei Brahms jedoch offenbarte sich unbarmherzig dessen buchstäbliche Schwäche, denn sowohl für die süß strömenden Legato-Bögen als auch für die Attacken der dramatischen Ausbrüche mangelte es an Durchschlagskraft, Stimmkern und Körperklang. Insbesondere die Sopranfraktion klang führerlos und in der Höhe fadendünn.

Ernst von Marschall versuchte, aus dieser Not eine Tugend zu machen und setzte auf Leichtigkeit, federnde Tempi und vorwiegend gedämpfte Dynamik. Doch das bekam Brahms nicht, die Struktur zerfaserte, die Bögen bröselten, die Crescendi wollten nicht wachsen und ergo stockte die Dramatik. Schönsten Sopran-Schmelz dagegen entwickelte Alexandra von der Weth in ihrem großen Solo "Ihr habt nun Traurigkeit": Seraphisch leuchtend die kraftvollen Höhen, weich das Timbre, fließend das Legato. Erneut hat von der Weth bewiesen, dass sie an ihre alte Formanknüpfen kann. Dagegen fiel Kay Stiefermanns heller Bariton mit zwar markanter, doch klanglich flacher Stimmgebung ab.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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