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Zwei Bomben in Rom explodiert

zuletzt aktualisiert: 24.12.2010 - 02:30

Rom/Berlin (RP) Einen Tag vor Heiligabend haben Bombenanschläge die italienische Hauptstadt erschüttert. Die zwei Paketbomben explodierten in den Botschaften der Schweiz und Chiles. Zwei Menschen wurden verletzt.

Der erste Sprengsatz detonierte gegen Mittag, als der 53-jährige Portier der Schweizer Botschaft die Sendung öffnete. Wie die Polizei mitteilte, erlitt er dabei schwere Verletzungen an den Händen. Nach Angaben der italienischen Polizei wurde er in der römischen Poliklinik Umberto I. notoperiert. Die Online-Ausgabe der Schweizer Zeitung "Le Matin" berichtete, die Hände des Opfers müssten möglicherweise amputiert werden.

Gegen 15 Uhr detonierte der zweite Sprengsatz in der chilenischen Botschaft. Augenzeugen in der Nähe berichteten, sie hätten einen Knall gehört. Kurz darauf sei die Polizei vor dem Gebäude eingetroffen. Auch in der chilenischen Landesvertretung wurde ein Mitarbeiter verletzt. Sicherheitskräfte durchsuchten daraufhin alle Botschaften der italienischen Hauptstadt auf Sprengsätze.

Der italienische Außenminister Franco Frattini verurteilte den Anschlag in einer Ansprache vor der Schweizer Botschaft als "beklagenswerten Akt der Gewalt" und sprach dem Opfer und dem Botschaftspersonal die Solidarität seines Landes aus. Der Anschlag habe vermutlich einen internationalen und keinen innenpolitischen Hintergrund – anders als der Bombenfund in einer römischen U-Bahn am Dienstag. Dieser Sprengsatz hatte sich aber als nicht funktionsfähig herausgestellt.

Tatsächlich gibt es Parallelen zu einer Bombenserie, die Anfang November europaweit für Verunsicherung sorgte: Die aus Griechenland stammende linksextremistische Gruppe "Verschwörung der Zellen des Feuers" hatte mehrere Sprengsätze an Botschaften und andere offizielle Stellen verschickt – einer erreichte am 2. November das Bundeskanzleramt. Adressiert war die Sendung an Kanzlerin Merkel persönlich. Die Poststelle des Kanzleramtes entdeckte bei der Durchleuchtung der Post das verdächtige Paket; Polizeikräfte sprengten es kontrolliert. Eine weitere Sendung ging Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy. Allein in der griechischen Hauptstadt wurden in einer Woche 14 Sprengsätze entdeckt, die an die Botschaften verschiedener EU-Staaten geschickt worden waren.

Die italienischen Ermittler widersprachen der Vermutung von Frattini. Vielmehr sehen sie eine Verbindung zu aus Italien stammenden anarchistischen Gruppen. Dabei gehe es möglicherweise um drei in der Schweiz festgenommene italienische Gesinnungsgenossen. Sie wurden bereits am 15. April in der Schweiz unter dem Verdacht verhaftet, einen Anschlag auf das im Bau befindliche IBM-Forschungszentrum in Rüschlikon (Kanton Zürich) vorbereitet zu haben.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat den "feigen Anschlag" verurteilt. "Mein tiefes Mitgefühl möchte ich gegenüber dem Verletzten und den Mitarbeitern der Botschaft zum Ausdruck bringen", erklärte der FDP-Politiker.

Nach der Explosion der Paketbomben hat das Auswärtige Amt die Sicherheitsmaßnahmen für die deutsche Botschaft in der italienischen Hauptstadt heraufgesetzt. Generell seien die Sicherheitsvorkehrungen der deutschen Auslandsvertretungen nach den jüngsten Vorkommnissen schon sehr hoch, hieß es. Es war bereits die zweite Anpassung. Schon nach den Bombensendungen im November hatte das Auswärtige Amt die Vorkehrungen erhöht.

Internet Fotos der Anschlagsorte unter www.rp-online.de/politik

Quelle: Rheinische Post

 
 
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