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Zwei Anlagebetrüger in China hingerichtet

VON JOHNNY ERLING - zuletzt aktualisiert: 07.08.2009 - 02:30

Peking. Sie spekulierten auf die Gier ihrer Mitmenschen, sammelten deren Geld in Millionenhöhe ein und zahlten nun selbst dafür mit ihrem Tod. In China, wo auf schwere Wirtschaftsverbrechen die Todesstrafe steht, machten Gerichte in der ostchinesischen Provinz Zhejiang davon gleich zweimal Gebrauch.

Nachdem Pekings oberster Gerichtshof ihre Urteile bestätigt hatte, ordnete man am selben Tag die Exekution von zwei Finanzbetrügern an. Die 44jährige Besitzerin eines Schönheitssalon, Du Yimin, starb am Mittwochmorgen. In der letzten öffentlichen Anhörung hatte ihr das Gericht in Lishui vor ihrer Hinrichtung durch die Giftspritze das endgültige Pekinger Urteil vorgelesen: Ihre Finanzmanipulationen hätten "Finanzordnung und soziale Stabilität schwer geschädigt". Daher müsse die Todesstrafe vollstreckt werden.

Du hatte Hunderte Anleger mit ihren Verlockungen geködert, monatliche Zinsen in exorbitanter Höhe (bis zu zehn Prozent) zu zahlen. Ein Schönheitssalon diente als Aushängeschild ihres Konzerns "Yicheng-Invest". Mit gefälschten Dokumenten gab sie sich als Besitzerin von Kosmetikfirmen, Immobilien und Bergwerken aus. Binnen drei Jahren sammelte sie rund 700 Millionen Yuan (71 Millionen Euro) ein. Als sie verhaftet wurde, hatte sie sich für das Geld Wohnungen, Autos und Luxusgüter gekauft, zig Millionen sind verschwunden.

Auch der Geschäftsmann Si Chaxian, Besitzer von drei Schwindelfirmen, wurde hingerichtet. Richter in der Provinzhauptstadt Hang-zhou sahen es als erwiesen an, dass er mit aberwitzigen Rendite-Versprechen (bis zu 108 Prozent) 300 Anleger um 167 Millionen Yuan geprellt hat.

Beide Todesurteile sind der vorläufige Höhepunkt in einer Serie von spektakulären Verfahren gegen Finanzhaie im Vorfeld des 60. Jahrestags der Gründung der Volksrepublik. China, nach dessen Strafrecht 60 Verbrechen, darunter mehr als ein Dutzend Wirtschaftsdelikte, mit der Todesstrafe geahndet werden können, richtet pro Jahr mehr Menschen als alle anderen Staaten der Welt zusammen hin.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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