Wie es zu Nullrunden kommt
zuletzt aktualisiert: 15.01.2009Berlin. Die Höhe der Rente ist vor allem von der Lohnentwicklung abhängig. Wenn die Löhne und Gehälter kräftig steigen, profitieren im Jahr darauf auch die Rentner.
Die Krux aus Sicht der Ruheständler sind zwei Faktoren, die sich unabhängig von der Lohnentwicklung dämpfend auf die Rentenerhöhungen auswirken. Beide sind der Tatsache geschuldet, dass Deutschland schrumpft und altert: Immer weniger junge Menschen stehen immer mehr Älteren gegenüber. Ziel der Reformen ist es, den Rentenbeitragssatz dennoch langfristig stabil zu halten.
Der Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigt das zahlenmäßige Verhältnis von Rentnern und versicherungspflichtig Beschäftigten. Wenn also die Anzahl der Beitragszahler sinkt, fällt auch die Rentenerhöhung geringer aus.
Der Altersvorsorgefaktor, auch Riesterfaktor genannt, sollte die Rentenerhöhung ursprünglich von 2004 bis 2011 um rund 0,6 Prozentpunkte pro Jahr dämpfen. Der Hintergrund: Seit 2001 können Arbeitnehmer eine staatlich geförderte zusätzliche Altersversorgung aufbauen. Die Idee des Riesterfaktors ist, dass nicht nur die Arbeitnehmer einen Teil ihres Einkommens zurücklegen, sondern dass auch die Rentner einen Beitrag zur Stabilisierung des Systems leisten. Die Regierung hat diesen Faktor allerdings für die Jahre 2008 und 2009 ausgesetzt, um die Rentner an der bis Mitte 2008 guten Konjunktur teilhaben zu lassen. Er soll in den Jahren 2012 und 2013 nachgeholt werden. Der Riesterfaktor ist sozialpolitisch umstritten: "Angesichts drohender Altersarmut fordern wir, den Riesterfaktor komplett abzuschaffen", sagte die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, unserer Zeitung.
Die Stabilisierung des Rentensystems ruht allerdings nicht allein auf den Schultern der Älteren: Mit der Rente mit 67, der Notwendigkeit zur privaten Vorsorge und einem ab dem Jahr 2020 leicht steigenden Beitragssatz auf mehr als 20 Prozent sind auch die Jüngeren gefragt.
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