Wie ein altes Ehepaar
zuletzt aktualisiert: 15.09.2009 - 02:30Das TV-Duell beherrscht die Kommentare der deutschen Zeitungen und findet auch international große Beachtung. Die "Berliner Zeitung" schreibt:
"Steinmeier (...) fehlt offensichtlich grundsätzlich die notwendige Brutalität, die Rücksichtslosigkeit gegenüber den vergangenen vier Jahren."
Die "Süddeutsche Zeitung" (München) kommentiert:
"Mehr Wattebausch als Pistole."
Die "Leipziger Volkszeitung" beurteilt Steinmeiers Abschneiden:
"Nicht verloren heißt für den SPD-Herausforderer in dieser schier aussichtslosen Situation (...) schon: Sieg. Mindestens kann man sich dies für einige Tage einreden, ohne sich öffentlich zum Gespött zu machen."
"Die Welt" (Berlin) schreibt:
"Wer sich vor der Sendung nicht sicher war, wen er wählen will, der wird es jetzt auch nicht sein."
"Faz.net" kritisiert die Debatte: "War das ein Duell? Drei Merkmale hat ein Duell schließlich, es ist kurz, schmerzhaft und eindeutig. Ganz anders beim Kanzlerduell (...), wo die Kontrahenten – absichtlich? – aneinander vorbeischossen, einmal, zweimal, hundertmal." Schlagzeile der "Bild"-Zeitung: "Yes, we gähn!" Das "Handelsblatt" (Düsseldorf) sieht die Kanzlerin in Bedrängnis: "Merkel (...) hat sich verkalkuliert. Die Kuschelkampagne als Streitverweigerungsstrategie ist spätestens beim TV-Duell an ihre Grenzen gestoßen." Die "Neue Zürcher Zeitung" schreibt: "Für ein wirklich heißes Rededuell fehlten ganz einfach sämtliche Voraussetzungen."
Der "Corriere della Sera" (Mailand) bilanziert die Auseinandersetzung: "Keiner hat gewonnen. Sie konnten nicht zu Widersachern werden und haben es nicht getan." "Le Monde" (Paris) schreibt: "Ein altes Ehepaar vor dem Kaminfeuer hätte nicht anders diskutiert."
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