Düsseldorf: Viele Blitzer versagen unter minus zehn Grad
zuletzt aktualisiert: 09.02.2012 - 02:30Düsseldorf (RP). Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste hat vorsorglich darauf hingewiesen, dass ein Einsatz der Laser-Geschwindigkeits-Messgeräte nur bis minus zehn Grad infrage kommt. In dem an alle Kreispolizeibehörden gerichteten Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, heißt es weiter: "Bei den anderen Geschwindigkeitsmessgeräten sind die Einsatzgrenzen unterschiedlich." Das analog arbeitende Multanova-6-F-Gerät könne ebenfalls nur bis zu zehn Grad unter null verwendet werden, für den Bedienteil – der freilich meist im Fahrzeug bleibe – gelte die Null-Grad-Grenze.
Peter Biesenbach, Vizechef der CDU-Fraktion im Landtag, sieht sich durch die Warnung des Amtes in seiner grundsätzlichen Kritik an dem von Innenminister Ralf Jäger (SPD) angeregten "Blitz-Marathon" bestätigt. Biesenbach spricht von einer "Luftnummer" des Ministers und meint mit Blick auf die Temperaturprobleme: "Der Jäger 90 muss enteist werden". Ralf Jäger trägt wegen seiner scharfen Attacken zu Oppositionszeiten in Anspielung auf das Kampfjet-Projekt den Spitznamen "Jäger 90".
Jäger hofft mit den landesweiten Geschwindigkeitskontrollen von Freitagmorgen 6 Uhr bis Samstagmorgen 6 Uhr, "die Menschen zum Nachdenken zu bringen, wie häufig sie tödliche Risiken im Straßenverkehr eingehen." Jäger will am Freitagmittag in seiner Heimatstadt Duisburg eine der Messstellen besuchen und dort noch einmal für seine Idee werben.
Der Innenminister argumentiert, dass scheinbar geringe Geschwindigkeitsunterschiede darüber entscheiden, ob ein Fußgänger den Zusammenprall mit einem Auto überlebe oder nicht. Die Erfahrungen der Polizei zeigten, dass bei einer Kollision mit 65 km/h von zehn angefahrenen Passanten acht ums Leben kommen. Erfolgt der Zusammenstoß mit nur 50 km/h, kehrt sich das Verhältnis um: Von zehn überleben acht.
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