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US-Pläne empören Südamerikaner

VON TOBIAS KÄUFER - zuletzt aktualisiert: 07.08.2009 - 02:30

Bogota. Kolumbien zieht wegen seines Militärpakts mit den USA die Kritik seiner Nachbarländer auf sich. Verteidigungsminister Freddy Padilla erklärte, dass die US-Streitkräften künftig sieben Land-, Marine- und Luftwaffenstützpunkte in Kolumbien nutzen dürfen. Bereits jetzt helfen die Amerikaner bei der Drogenbekämpfung. Der neue Militärvertrag soll in den nächsten Tagen unterschrieben werden; er sieht Milliardeninvestitionen der USA vor.

Um Bedenken der Nachbarländer auszuräumen, absolviert Kolumbiens Staatspräsident Alvaro Uribe eine diplomatische Werbetour über den Kontinent. Denn mit der noch engeren Anbindung an Washington droht sich sein Land in Südamerika nun vollends zu isolieren. Lediglich das ebenfalls konservativ regierte Peru signalierte Zustimmung.

Kritik kam dieses Mal nicht nur von den linkspopulistischen und traditionell US-kritischen Staatschefs Venezuelas und Ecuadors, Hugo Chavez und Rafael Correa. Auch der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva und Chiles Staatschefin Michelle Bachelet äußerten unmissverständlich ihre Ablehnung. "Mir gefällt die Idee von einer amerikanischen Basis in der Region nicht", sagte Lula. Kubas greiser Ex-Staatsführer Fidel Castro brandmarkte die neuen US-Stützpunkte als "sieben Dolche im Herz Amerikas".

Der Linksruck im Süden des amerikanischen Kontinents hat nachhaltig die Machtverhältnisse zu Ungunsten der USA verschoben, geblieben ist den Nordamerikanern als treuer Partner praktisch nur noch Kolumbien. Und Bogota mit seinen teils offen feindlich gesinnten Nachbarn ist auf die Unterstützung Washingtons mehr denn je angewiesen.

Besonders heftigen Gegenwind gibt es aus Venezuela und Ecuador: Chavez beschuldigt Washington ständig, seine Absetzung oder Ermordung zu planen. "Die USA benötigen diese Stützpunkte, um gegen die soziale Bewegung Lateinamerikas vorzugehen", sagte Ecuadors Staatschef Rafael Correa und goss damit Öl ins Feuer.

Die Vorwürfe aus den Nachbarländern konterte Kolumbien kühl mit dem Hinweis auf venezolanisch-russische Manöver und Waffenkäufe in Russland – auch Boliviens Staatschef Evo Morales will sich in Russland mit neuen Waffen eindecken.

Politikwissenschaftlerin Sandra Borda von der Universität Andes in Bogota erklärt das Misstrauen der Nachbarländer: "Es ist nachvollziehbar, dass die Länder der Region eine Erklärung verlangen. Vielen sind die vergangenen Interventionen der USA noch im Gedächtnis."

Quelle: Rheinische Post

 
 
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