Umstrittener Funktionär im CDU-Vorstand
VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 08.10.2010 - 02:30Der Kreisgeschäftsführer der Düsseldorfer CDU, Bernhard Herzog, ist für vier Jahre zum neuen Sprecher der hauptamtlichen Mitarbeiter der Landespartei gewählt worden. Er kann damit an den Sitzungen des CDU-Landesvorstands teilnehmen und hat dort Rederecht. Herzog erhielt 73,1 Prozent der Stimmen.
Bis zum Schluss war versucht worden, seine Wahl zu verhindern. So wurden Quittungen und Unterlagen an die Öffentlichkeit lanciert, die Herzog, der bis Ende 2008 Abteilungsleiter für Personal und Finanzen in der CDU-Zentrale war, belasten sollen. Der 51-Jährige hat die Vorwürfe – dabei geht es auch um finanzielle Unregelmäßigkeiten – als ehrabschneidend zurückgewiesen. Herzog bestreitet auch, Verbindungen zu einem Internet-Blog zu haben, dem immer wieder Material aus dem Innenleben der CDU zugespielt wird.
Zu Herzogs innerparteilichen Gegnern zählt der frühere Generalsekretär Hendrik Wüst, der darauf hinwirkte, dass Herzog Ende 2008 die Parteizentrale verließ. Laut Wüst-Nachfolger Andreas Krautscheid gab es damals schon finanzielle Auffälligkeiten. Herzog wechselte in die Düsseldorfer Kreisgeschäftsstelle, durfte aber sein Gehalt (rund 100 000 Euro im Jahr) und den Dienstwagen der A6-Klasse behalten.
Zu Beginn der Sitzung ermahnte Krautscheid gestern sämtliche Mitarbeiter zu tadellosem Verhalten. Andernfalls würden sofort rechtliche Schritte eingeleitet. Krautscheid wollte die Wahl vertagen, bis die Vorwürfe gegen Herzog geprüft sind. Doch die Kreisgeschäftsführer lehnten dies mit 34 gegen 28 Stimmen ab.
Die NRW-CDU hat nach eigenen Angaben 3,4 Millionen Euro Schulden. 900 000 Euro entfallen auf die Kosten im Zusammenhang mit der angelaufenen Mitgliederbefragung zum neuen CDU-Landeschef.
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