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Syrische Armee wütet in Homs

zuletzt aktualisiert: 09.02.2012 - 02:30

Damaskus (dpa) Das syrische Regime mordet auch nach dem Besuch des russischen Außenministers Sergej Lawrow in Damaskus unvermindert weiter. Allein in der Protesthochburg Homs wurden gestern nach Angaben von Aktivisten 68 Menschen getötet. Landesweit sollen mindestens 73 Menschen ums Leben gekommen sein.

Westliche und arabische Staaten verstärkten den diplomatischen Druck auf Präsident Baschar al Assad. Die Arabische Liga forderte ihre Beobachter auf, Syrien zu verlassen. Russland sprach sich vehement gegen eine militärische Einmischung aus.

Syrische Aktivisten berichteten, die Armee habe das Viertel Baba Amro in der Stadt Homs unter Beschuss genommen und mindestens 23 Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Drei Familien seien von Milizionären in ihren Häusern massakriert worden. Die Eindringlinge hätten 19 Menschen mit Messern getötet. In zwei Krankenhäusern von Homs seien 18 Frühchen in Brutkästen ums Leben gekommen, weil der Strom abgeschaltet worden sei. Die Armee habe Raketen und Granaten auf Homs abgefeuert, hieß es. Zudem sei sie mit Panzern in den Stadtteil Inschaat vorgedrungen. Die syrische Muslimbruderschaft bezeichnete das Vorgehen als "Massenmord".

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, in der Provinz Daraa nahe der Grenze zu Jordanien seien ein Offizier und 17 Soldaten desertiert. Als Reaktion hätten Assad-Truppen auch dort eine Offensive gestartet. Sie seien dabei ähnlich massiv vorgegangen wie in Homs, berichtete der Nachrichtensender Al Arabija. Das syrische Staatsfernsehen berichtete von der Explosion einer Autobombe in Homs und einem Anschlag auf eine Gaspipeline nahe der Stadt.

Entsetzt äußerte sich die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, über den Einsatz von Artillerie und anderer schwerer Waffen "bei anscheinend wahllosen Attacken auf Wohngebiete". Das Scheitern der Syrien-Resolution im UN-Sicherheitsrat scheine "die Bereitschaft der syrischen Regierung verstärkt zu haben, die eigene Bevölkerung zu massakrieren, um die Opposition zu zerbrechen".

Die beiden in Berlin gefassten mutmaßlichen syrischen Spione müssen in Untersuchungshaft. Gestern eröffnete ihnen ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs die Haftbefehle. Die Männer sollen in Deutschland lebende Oppositionelle bespitzelt haben.

Quelle: RP


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