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Düsseldorf: Streit um Transporte von Atommüll aus Jülich

VON BIRGIT MARSCHALL UND GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 30.11.2011 - 02:30

Düsseldorf (RP). Der Aufsichtsrat des Forschungszentrums Jülich berät heute über die Frage, ob auf dem Gelände des Forschungszentrums ein modernes Atomzwischenlager gebaut werden soll. Die Genehmigung für das derzeitige Lager läuft 2013 ab. Wie unsere Zeitung aus Regierungskreisen erfuhr, will die rot-grüne Landesregierung die "Ertüchtigung" der bisherigen Anlage beantragen. Damit soll verhindert werden, dass der Atommüll ins Zwischenlager Ahaus transportiert werden muss. Atomkraftgegner haben bereits massive Proteste für den Fall angekündigt, dass es zu Transporten kommt. Der Atommüll müsste auf einem Speziallastwagen transportiert werden; Experten schätzen, dass mehr als 150 Fahrten erforderlich wären.

Unklar ist bislang, ob Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) dem Antrag zustimmt. Der Bund hält 90 Prozent der Anteile an dem Forschungszentrum und müsste den Großteil der Kosten für den Umbau übernehmen. Das Forschungszentrum hatte sich bislang stets für die Transporte ausgesprochen: Dies sei die "wirtschaftlichste Lösung". In Berliner Ministeriumskreisen hieß es gestern, für die Entscheidung, wo der Atommüll aus Jülich zwischengelagert werde, sei die Atomaufsichtsbehörde in NRW zuständig. Die Genehmigung für Jülich laufe 2013 definitiv aus. Dann müsse ein genehmigtes Zwischenlager da sein. Es gebe schon eine Genehmigung für Ahaus als Zwischenlager. Falls die Landesregierung dieses jedoch nicht wolle, "muss sie sagen, wo der Müll sonst hinsoll". Hans Christian Markert, atompolitischer Sprecher der Grünen in NRW, sprach sich für eine Duldung des bisherigen Lagers in Jülich aus, bis eine Nachrüstung fertiggestellt sei. Vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung nach einem Standort für ein Atomendlager suche, seien vermeidbare Transporte unverantwortlich.

Quelle: RP


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