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Persönlich: Stefan Mappus ... soll aus der CDU austreten

VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 19.02.2013

Die baden-württembergische CDU ist nach ihrem Machtverlust vor zwei Jahren derart ins Taumeln geraten, dass sie sich nun nur noch zu helfen weiß, indem sie ihrem Ex-Vorsitzenden den Stuhl vor die Tür stellt: Stefan Mappus soll die Partei verlassen. Es gebe "keine Zwangsmitgliedschaft", sagt sein Nachfolger Thomas Strobl, und der Stuttgarter Fraktionschef Peter Hauk will Mappus den anderen CDU-Mitgliedern nicht länger "zumuten".

Anlass sind Aufzeichnungen, die die Staatsanwaltschaft jenem Untersuchungsausschuss übergab, der sich mit Mappus' zwielichtigem EnBW-Aktien-Rückkauf beschäftigt. Offenbar gehört dazu auch eine sichergestellte SMS, die Mappus dem damaligen Deutschland-Chef der Investmentbank Morgan Stanley, Dirk Notheis, geschickt haben soll. Er habe "gute Lust, aus diesem Scheißverein auszutreten", so steht es mit Bezug auf die CDU in den Akten. Ist es das, was Mappus über seinen Laden wirklich denkt? Geschrieben nach seinem Auftritt vor dem Ausschuss? Mappus dementierte die SMS als "nicht zutreffend" und versicherte, CDU-Mitglied bleiben zu wollen, "mit Leib und Seele".

Doch Leib und Seele der Südwest-CDU sind nicht mehr gut beieinander, seit sie nach 58 Jahren an der Macht ausgerechnet von einer grün-roten Landesregierung abgelöst wurde. Mit den Grünen hatten sie zwar geflirtet, ihnen dann aber die kalte Schulter gezeigt. Manche sind sich sicher: Hätte Mappus beizeiten die richtigen Signale ausgesandt, wäre er jetzt noch Regierungschef einer schwarz-grünen Koalition.

Doch mit dem Aussenden kommt die Südwest-CDU nicht mehr zurecht. Auch dem Chef der Untersuchungen, Ulrich Müller, hat es inzwischen erwischt. Der CDU-Mann tritt zurück, weil er einräumen musste, vertrauliches Material weitergeleitet zu haben. Und zwar an Mappus. Ob der diesen Vorgang derart abscheulich fand, dass er seine Partei deshalb "Scheißverein" nannte, darf indes bezweifelt werden.

Quelle: RP/jh-
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