Ruhegeld für Horst Köhler
VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 02.06.2010 - 02:30Im Schloss Bellevue wohnte Bundespräsident Horst Köhler nie. Es ist nur Repräsentationssitz. Die einst dort existierende Dienstwohnung wurde nach der letzten Nutzung von Altpräsident Roman Herzog und einem Umbau des Schlosses abgeschafft.
Köhler wohnt mit seiner Ehefrau Eva Luise in einer Dienstvilla im feinen Berliner Vorort Dahlem. Diese wird er an seinen Nachfolger abgeben müssen. Dabei ist es üblich, dass eine gewisse "Karenzzeit" eingehalten wird. Ob Köhler dann wieder zurück ins rheinische Meckenheim zieht, wo er Anfang der 90er Jahre als Staatssekretär im Finanzministerium wohnte, oder nach Bonn geht, wo Sohn Jochen lebt und Horst Köhler selbst in seiner Zeit als Chef des Sparkassenverbands ein Domizil hatte, ist ungewiss. Die Köhlers fühlen sich eigentlich auch privat sehr wohl in Berlin, haben sie mehrfach verlauten lassen.
Auf die Annehmlichkeiten des Amts muss Köhler indes nicht verzichten. Nach dem Abschied von Schloss Bellevue erhält der ehemalige Bundespräsident – wie seine Vorgänger auch – weiter die vollen Amtsbezüge als Ehrensold. Zudem behält er lebenslang Anspruch auf einen Dienstwagen mit Fahrer, Büroräume und wenigstens einen Mitarbeiter.
Für die Bezahlung ist wie bei den Regierungsmitgliedern die Beamtenbesoldung relevant. Die Präsidentenbezüge betragen derzeit rund 200 000 Euro pro Jahr. Hinzu kommt eine Aufwandsentschädigung von 78 000 Euro jährlich, die zur Bezahlung von Hauspersonal gedacht ist. Damit "verdient" ein Bundespräsident mehr als die Kanzlerin. Darauf kam es dem einstigen Flüchtlingskind und Sohn deutschstämmiger Bauern aus dem heutigen Rumänien ohnehin nie an.
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