Reaktionen auf Papstbrief sind zweigeteilt
zuletzt aktualisiert: 22.03.2010 - 02:30Das Schreiben des Papstes hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und der katholischen Laien lobten die Worte. Dagegen bezeichneten irische Opferverbände und Politiker ihn als "nicht ausreichend".
Mit der fehlenden Erwähnung der Fälle in Deutschland enttäusche der Papst "alle Erwartungen, die es bei den Opfern in Deutschland an ihn gab", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth unserer Zeitung. "Die Untersuchung der Fälle darf der Kirche aber nicht allein überlassen werden. Es muss eine unabhängige Untersuchungskommission eingesetzt werden, die Missbrauchsfälle flächendeckend in allen katholischen, staatlichen und privaten Institutionen lückenlos aufklärt." Den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche in Irland gingen die Papst-Worte ebenfalls nicht weit genug. Andrew Madden, ein früherer Messdiener in Dublin, der als erstes Missbrauchsopfer an die Öffentlichkeit ging, sagte: "Der Papst muss sich bei mir nicht für die Täter entschuldigen." Er forderte eine Entschuldigung für die Rolle, die die kirchliche Hierarchie beim Schutz der Täter auf Kosten der Kinder gespielt hat." Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, bezeichnete den Brief dagegen als "eindrucksvolles Dokument, das auch der katholischen Kirche in Deutschland helfen kann, die richtigen Konsequenzen zu ziehen".
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