kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast

"Radikale Minderheiten verdienen keine Toleranz"

zuletzt aktualisiert: 14.08.2010 - 02:30

Interview NRW-Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) zum Umgang mit den islamistischen Salafisten

Herr Schneider, wie schätzen Sie die Gruppe der Salafisten ein?

Schneider Nach allem, was ich bisher weiß, handelt es sich um eine extremistische Gruppierung. Besonders bestürzt mich auch die Hetze gegen Journalisten aus NRW. Auch das Frauenbild der Salafisten ist erschreckend. Hier werden grundlegende Werte unserer demokratischen Gesellschaft infrage gestellt. Dazu steht zu vermuten, dass diese Gruppierung auch militante Züge hat. Und das ist ein Problem.

Was halten Sie von der Absicht der Salafisten, in Mönchengladbach eine Schule einzurichten?

Schneider Radikale Minderheiten verdienen keine Toleranz, seien sie muslimisch oder nicht. Natürlich wünschte ich mir, dass eine solche Islamschule nicht zu uns kommt. Ich kann die Bedenken der Bürger nachvollziehen. Aber wir leben in einem Rechtsstaat. Die Frage, ob die Islamschule dort gegründet werden kann, muss nach Recht und Gesetz entschieden werden.

Wird das Bemühen um Verständigung von Einheimischen und Zugewanderten durch die aktuelle Debatte beschädigt?

Schneider Zumindest dann, wenn wie in einigen Medien der Fall, Panik gegen den Islam generell gemacht wird und alle Mitbürgerinnen und Mitbürger islamischen Glaubens unter Generalverdacht gestellt werden. Die Salafisten haben aber mit dem Islam so viel zu tun wie die Moonsekte mit dem Christentum. Wir müssen lernen, zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden. In NRW leben mehr als 1,3 Millionen Muslime. Die übergroße Mehrheit von ihnen lebt gesetzestreu und will ein friedliches Miteinander der Religionen und Kulturen. Den meisten Muslimen geht es nicht darum, sich abzugrenzen, sondern sie wollen anerkannter Teil unserer Gesellschaft sein. Dies ist ein gutes Fundament, das ein paar Radikale nicht mal eben zerstören können.

Was kann der Integrationsminister zur Deeskalation beitragen?

Schneider Die aktuelle Auseinandersetzung zeigt, wie wichtig es ist, islamischen Religionsunterricht endlich in die Schule zu holen und somit unter staatliche Aufsicht zu stellen. Dies hat die vorherige Landesregierung trotz vollmundiger Absichtserklärung versäumt. Wir werden das nachholen. Denn solange der Islamunterricht nur auf Hinterhöfen stattfindet, wird Misstrauen geschürt. Wir brauchen mehr Transparenz und Offenheit gerade im Umgang mit dem Islam. Deshalb habe ich als Integrationsminister den Ramadan willkommen geheißen und dazu aufgerufen, ihn für die interkulturelle Verständigung zu nutzen. Ein gemeinsames Fastenbrechen ist das beste Signal gegen religiösen Fanatismus.

Welchen Schwerpunkt wollen Sie als neuer Integrationsminister setzen?

Schneider Wir bereiten gerade ein Integrationsgesetz vor, in dem wir vor allem Integration in den Kommunen stärken wollen. Dreh- und Angelpunkt für Integration sind Bildung und Arbeit. Gerade junge Menschen brauchen eine gute Ausbildung, um später beruflich und im Leben erfolgreich zu sein. Hierfür werde ich mich starkmachen.

Detlev Hüwel stellte die Fragen.

Quelle: Rheinische Post

 
 
Artikel der Rubrik Politik
 
 
Links zu diesem Artikel
 
Anzeige

EU-Gipfel: Merkel und Co. treffen in Brüssel ein
EU-Gipfel: Merkel und Co. treffen in Brüssel ein
Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder sind in Brüssel zusam .. mehr 
 
EU-Gipfel: Merkel und Co. treffen in Brüssel ein
EU-Gipfel: Merkel und Co. treffen in Brüssel ein
Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder sind in Brüssel zusam ..
mehr 
Zu Besuch im Elysée-Palast
Zu Besuch im Elysée-Palast
Der Pariser Elysée-Palast dient als pompöse ..
mehr 
Die Paukenschläge des Oskar Lafontaine
Die Paukenschläge des Oskar Lafontaine
Oskar Lafontaine hat in seiner politischen ..
mehr 
Alexis Tsipras zu Gast in Berlin
Alexis Tsipras zu Gast in Berlin
Der Linkspopulist Tsipras ist weltweit zum ..
mehr 
Preparation of the informal European summit

Sorge um Griechenland wächst

Börsen vor EU-Gipfel auf Talfahrt

Die Sorge um die Zukunft des Euro ist zurück an den Börsen. Aktienkurse und Gemeinschaftswährung gehen vor Beginn des EU-Sondergipfels auf Talfahrt. Zweifel an der Krisenstrategie Europas drücken auf die Stimmung. Von der EU kommen einige Vorschläge, ... mehr

 
Armin Laschet

Machtkampf in Düsseldorf ist abgewendet

Armin Laschet wird neuer CDU-Chef in NRW

Der Machtkampf um die Führung der NRW-CDU ist abgewendet: In letzter Sekunde einigten sich die Kontrahenten Armin Laschet und Karl-Josef Laumann auf einen Kompromiss. Laschet wird künftig die NRW-CDU führen, Laumann bleibt Fraktionschef. Von Detlev Hüwel und Gerhard Voogt  mehr

 

EU-Gipfel plant Erklärung

Griechenland soll in der Eurozone bleiben

 

EU-Sondergipfel am Abend in Brüssel

Kräftemessen zwischen Merkel und Hollande

 

Berliner Staatsanwaltschaft

Ermittlungen gegen Wulff abgeschlossen

 

Interview mit Politikwissenschaftler

Langguth: CDU ohne Alternative zu Merkel

 

Energie-Gipfel im Kanzleramt

Merkel sucht Bauplan für die Energiewende

 

Anleihenauktion spült Milliarden in Staatskassen

Deutschland leiht sich Geld zum Nulltarif

Top-Services