kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
           
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Rheinische Post Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast

Berlin: Piraten: Professioneller werden oder kollabieren

VON GREGOR MAYNTZ UND CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 08.06.2012 - 09:29

Berlin (RP). In der Piratenpartei werden die Zweifel immer stärker, ob sie angesichts des ungebrochenen Zulaufs von Mitgliedern und des anhaltenden öffentlichen Interesses weiter ehrenamtlich geführt werden kann. "Es muss in großem Stil etwas passieren", sagte der wegen "Überlastung" als Schatzmeister ausgeschiedene Pirat René Brosig. Andernfalls drohe der Kollaps. Die Mitgliederzahl der Piraten ist auf 30 000 angewachsen. Mit derzeit neun Prozent in den Umfragen ist ein Einzug in den Bundestag weiterhin sehr wahrscheinlich.

Vor Brosig hatte bereits eine ganze Reihe anderer führender Piraten die enorme Arbeitsbelastung beklagt, die zusätzlich an den Kräften nage, weil ein ständiges Mobbing herrsche und man jederzeit Gefahr laufe, Opfer sogenannter Shit storms zu werden, also Beschimpfungsorgien im Internet. Parteisprecherin Anita Möllering bezeichnete auf Anfrage das Ausmaß der Arbeit für die Ehrenamtlichen als "Wahnsinn". Da schwänden die Kräfte. "Das Risiko des Burnouts wird kommen", sagte sie voraus: "Wir müssen auf die Ehrenamtlichen aufpassen."

Selbst der Bundesvorsitzende Bernd Schlömer arbeitet ehrenamtlich in seiner Freizeit für die Partei, während er tagsüber seiner Arbeit im Verteidigungsministerium in Berlin nachgeht. Derzeit wird lediglich eine Kraft in der Bundeszentrale bezahlt: die Pressesprecherin, freilich nur auf 800-Euro-Basis. Daneben gibt es noch einen 400-Euro-Job für die Geschäftsstellenleiterin.

Piraten-Finanzexperte Matthias Schrade erläuterte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass seine Partei gewohnt sei, mit geringen finanziellen Mitteln auszukommen. Für die letzten Wahlkämpfe habe sie 50.000 Euro in Berlin, bis zu 40.000 Euro im Saarland, 60.000 Euro in Schleswig-Holstein und zwischen 100.000 und 120.000 Euro in NRW zur Verfügung gehabt. Der gesamte Bundesetat belaufe sich auf höchstens 350.000 Euro.

Davon werde ein Drittel für Bundesparteitage ausgegeben, ein Drittel für Reisen, Informationstechnik und Geschäftsstelle sowie der Rest für Demonstrationen und Veranstaltungen. Deshalb sagt Schrade voraus: "Es wird noch Jahre dauern, bis wir bezahlte Strukturen haben werden." Dennoch läuft die Professionalisierung. So hat sich die Piratenpartei nun für 50.000 Euro eine Verwaltungssoftware zugelegt, damit sie Mitglieder mahnen kann, die ihre Beiträge nicht zahlen.

Der zurückgetretene Parteisprecher Christopher Lang verstärkte unterdessen seine Angriffe auf seine Partei. Es gebe im Kampf um Posten Fälle von Mobbing. Er sei selbst öffentlich beschimpft und auf einer Piraten-Versammlung mit eine Kabel geschlagen worden. Partei-Vizechef Sebastian Nerz wies diese Vorwürfe zurück: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass da etwas dran ist", betonte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Natürlich schade die Debatte über Mobbing den Piraten, daran zeige sich aber auch, "dass bei uns auch Konflikte sehr offen ausgetragen werden".

Quelle: RP/spol
Mehr zu den Themen dieses Artikels


Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
Anzeige

#duranadam: Einsamer Protest auf dem Taksim-Platz
#duranadam: Einsamer Protest auf dem Taksim-Platz
Auf dem Taksim-Platz, dem zentralen Ort und .. mehr 
 
#duranadam: Einsamer Protest auf dem Taksim-Platz
#duranadam: Einsamer Protest auf dem Taksim-Platz
Auf dem Taksim-Platz, dem zentralen Ort und ..
mehr 
Die Ankunft Obamas in Berlin
Die Ankunft Obamas in Berlin
Die Ankunft Obamas in Berlin
mehr 
Der G-8-Gipfel in Irland
Der G-8-Gipfel in Irland
Zum Abschluss des ersten Gipfeltages am Montag hatten die Staats- und ..
mehr 
Massendemonstrationen in Brasilien
Massendemonstrationen in Brasilien
Massendemonstrationen in Brasilien
mehr 

+++Live-Ticker Obama in Berlin+++

Obama will atomare Abrüstung vorschlagen

Es ist der Besuch des Jahres. Der US-Präsident ist in Berlin. Einst als Lichtgestalt umjubelt, muss er sich nun auch offener Kritik stellen. In der Hauptstadt gilt Sicherheitsstufe 1+. Wir halten Sie in unserem LIVE-Ticker über die Ereignisse in ... VON Christoph Schroeter  mehr

 

FDP bei sechs Prozent

SPD stürzt in Umfrage auf 22 Prozent ab

Drei Monate vor der Bundestagswahl verliert die SPD in einer Umfrage weiter an Zustimmung. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würden nur noch 22 Prozent ihre Stimme den Sozialdemokraten geben, mehr

 

Wegen Nullrunde für Beamte

Gutachter: Rot-Grün begeht Rechtsbruch

 
 

US-Geheimdienst verteidigt Überwachungsprogramm

"Prism hat 50 Anschläge verhindert"

 
 

Erste Städte kündigen Fahrpreissenkungen an

Zehntausende demonstrieren in Brasilien

 

Hunderte auf Taksim-Platz

Stiller Protest in Istanbul

Top-Services
 
Jetzt Fan werden!

Werden Sie jetzt Facebook-Fan von RP ONLINE und verpassen Sie keine News mehr.

Jetzt Facebook-Fan werden von RP ONLINE