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NRW will anonyme Bewerbungen

zuletzt aktualisiert: 04.08.2010 - 02:30

NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) will es Arbeitnehmern mit ausländischen Wurzeln leichter machen, eine Arbeitsstelle in der Landesverwaltung zu bekommen. "Wir wollen möglichst schnell mit möglichst vielen Beteiligten die anonymisierte Bewerbung bei Landesbehörden erproben", sagte Schneider unserer Redaktion.

Danach sollen Personalchefs in den Landesbehörden künftig nur noch Bewerbungen erhalten, in denen unter anderem Namen und Geburtsort unkenntlich gemacht sind, so dass kein Rückschluss auf die Nationalität möglich ist. Erst im Vorstellungsgespräch offenbaren Bewerber ihre Identität.

"Die anonymisierte Bewerbung kann ein wichtiger Schritt sein, um Diskriminierungen aufgrund der Herkunft bei Bewerbungsverfahren auszuschließen", so Schneider. "Studien zeigen, dass ein nicht geringer Teil von Menschen mit Migrationshintergrund allein wegen ihres Namens abgelehnt werden.

Wie eine Studie der Uni Konstanz belegt, laden Großunternehmen Deutsche zu 14 Prozent häufiger ein als Bewerber mit gleicher Qualifikation und türkischem Namen. Bei kleineren Unternehmen sind es sogar 26 Prozent. Der Wirtschaft kann Schneider solche Verfahren nicht vorschreiben, in den USA werden sie aber oft genutzt. Denkbar ist auch, dass Geschlecht und Alter im Lebenslauf unkenntlich gemacht werden, um Frauen und älteren Bewerbern mehr Chancen zu geben.

Der deutschlandweit erste Testlauf mit anonymisierten Bewerbungsverfahren ist eine Initiative der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Die Leiterin Christine Lüders hat dafür neben dem NRW-Arbeitsministerium das Bundesfamilienministerium und fünf Unternehmen gewonnen.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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