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NRW-Linke legt im Führungsstreit nach

zuletzt aktualisiert: 13.01.2010 - 02:30

Berlin/Düsseldorf (gmv/brö) Die Linke in NRW hat die Bundespartei zur Geschlossenheit ermahnt. Diese sei unerlässlich, um den Wahlkampf in NRW erfolgreich bestreiten zu können, sagte Parteichef Wolfgang Zimmermann auf Anfrage. Linken-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch müsse "selbst entscheiden, ob er im Amt bleiben kann". Das "Vertrauensverhältnis in der Parteispitze" sei gestört.

Bartsch war in die Kritik geraten, weil er vertrauliche Informationen über eine angebliche Affäre zwischen Parteichef Oskar Lafontaine und der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht lanciert haben soll. Die NRW-Parteispitze hatte sich in einem Brief darüber beschwert, dass Bartsch den Landesverband als "chaotische Truppe" bezeichnet hatte. Bärbel Beuermann, Spitzenkandidatin der NRW-Linken, erklärte, im NRW-Landesverband gebe es keine Konflikte zwischen ehemaligen Angehörigen von PDS und WASG.

In den ostdeutschen Linkspartei-Landesverbänden ist der Ärger über den Linken-Fraktionschef Gregor Gysis groß. Der hatte Bartsch auf einer Fraktionsklausur öffentlich Illoyalität vorgeworfen und zugleich ein Ende des Führungsstreits gefordert. "Das werden wir nicht auf uns sitzen lassen", sagte ein Landeschef unserer Zeitung. Man werde Dietmar Bartsch nicht einfach von der Parteispitze "wegräumen lassen".

Bartsch bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und sieht sich als Opfer einer Kampagne. Der an Krebs erkrankte Lafontaine äußerte sich bislang nicht zu dem Fall und lässt weiterhin eine Rückkehr an die Parteispitze offen. Am Montag war Lafontaine angeblich wegen eines Arzttermins nicht anwesend. Dietmar Bartsch schließt einen Rücktritt vor dem Bundesparteitag im Mai inzwischen aber nicht mehr aus. Der Thüringer Linksfraktionschef Bodo Ramelow unterstützte Bartsch gestern. "Personalentscheidungen im inneren Führungszirkel gehören nie in die Öffentlichkeit, auch wenn es um so einen Vorwurf geht", so Ramelow. Auch die Vize-Vorsitzende der Linkspartei, Halina Wawzyniak, übte Kritik an Gysi. "Das war nicht seine klügste politische Leistung. Auch der Fraktionschef hat nicht immer Recht."

Quelle: Rheinische Post

 
 
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