Düsseldorf: NRW-FDP will mitregieren
zuletzt aktualisiert: 07.07.2011 - 02:30Düsseldorf (RP). FDP-Fraktionschef Gerhard Papke hat Rot-Grün aufgefordert, Verhandlungen über die Bildung einer stabilen Regierung aufzunehmen. Die FDP sei zwar kein "Reserverad" für die Minderheitsregierung, Sondierungen seien aber eine "durchaus mögliche Variante". Nach dem Wortbruch der SPD gegenüber der CDU beim WestLB-Abstimmungsmarathon vergangene Woche taumele Rot-Grün wie ein "angeschlagener Boxer durch den Ring". Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) müsse die Angelegenheit zur Chefsache machen und aufklären, ob SPD-Fraktionschef Norbert Römer oder die zurückgetretene Fraktionsgeschäftsführerin Britta Altenkamp die Wahrheit sage. "Einer von beiden lügt", betonte Papke. Er könne sich nicht vorstellen, dass Römer nichts von dem Affront gewusst habe.
Auch CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann sagte, er habe keinen Zweifel, dass Altenkamps Version zutreffe, wonach der Vertrauensbruch mit Römer abgesprochen gewesen sei, was dieser aber bestreitet. "Wenn wir mit Römer sprechen, wollen wir wissen, ob wir mit einem Lügner sprechen", sagte Laumann. Sollte, was er nicht wisse, Kraft Kenntnis von den Vorgängen gehabt haben, wäre dies "ein äußerst schwerwiegender Vorgang".
Der Duisburger Sören Link (SPD) sagte, die Widersprüche in den Aussagen von Altenkamp und Römer seien konstruiert. Er sehe daher "keinen Grund, der Version von Norbert Römer nicht zu glauben". Für Verwunderung sorgte Altenkamp, die sich offenbar von ihrem Fernsehinterview distanzieren will und stattdessen der "WAZ" sagte: "Es ist so, wie Norbert Römer es gesagt hat." In dem Interview hatte sie am Freitag noch gesagt, sie habe sich für ihr Vorgehen die Erlaubnis von Römer geholt.
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