NRW-CDU: Machtkampf auch um die Vize-Posten
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 16.10.2010 - 02:30Die NRW-CDU wird bei ihrem Parteitag am 6. November nicht nur einen neuen Parteivorsitzenden wählen, auch die Stellvertreter- Posten werden neu vergeben. Bislang gab es fünf Vize-Vorsitzende. Mit Peter Paziorek, Regierungspräsident von Münster, hat bislang nur ein Mitglied öffentlich seinen Rückzug angekündigt. Aber es stehen mindestens vier CDU-Politiker bereit, um Paziorek zu beerben.
Großes Interesse an der Nachfolge wird dem Bundestagsabgeordneten Jens Spahn, Vorsitzender im Kreis Borken, nachgesagt. Auch der frühere CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst gilt als Aspirant. CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann unterstützt die Kandidatur des JU-Vorsitzenden Sven Volmering. Sollte sich der Bocholter nicht durchsetzen lassen, will Laumann möglicherweise selbst kandidieren, um dem Münsterland einen Platz in der Parteispitze zu sichern.
Spannend ist auch ein Gerangel in der CDU Ruhr. Bislang ist der Bezirk mit zwei Politikern auf Vize-Posten vertreten. Die ehemalige Wirtschaftsministerin Christa Thoben will noch einmal kandidieren – und hat als eine von nur zwei Frauen in der Parteiführung wohl gute Chancen, im Amt zu bleiben. Der frühere Verkehrsminister Oliver Wittke will seinen Posten offenbar räumen.
Der Gelsenkirchener setzt selbstbewusst darauf, dass Bundesumweltminister Norbert Röttgen bei der Mitgliederbefragung über den CDU-Landesvorsitz gegen den früheren NRW-Integrationsminister Armin Laschet gewinnt. In diesem Fall werden Wittke gute Chancen zugeschrieben, Generalsekretär zu werden. Als Nachfolger für Wittke stehen bereits Josef Hovenjürgen (CDU-Kreisvorsitzender Recklinghausen) und Thomas Hunsteger-Petermann, Oberbürgermeister von Hamm, in den Startlöchern.
Als sicher gilt bislang nur, dass Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg (Chef der CDU Südwestfalen) und Ulla Heinen (Staatssekretärin im Bundesumweltministerium aus dem CDU Bezirk Mittelrhein) ihre Stellvertreter-Posten behalten. Sie wurden von ihren Bezirken bereits nominiert.
Ein Unsicherheitsfaktor für Prognosen über das künftige Personal an der CDU-Spitze stellt auch die bislang unbeantwortete Frage dar, ob der unterlegene Kandidat im Rennen um den Parteivorsitz einen Vize-Posten übernehmen wird oder nicht. Sollten sich Laschet oder Röttgen auch in die Riege der Stellvertreter einordnen, würde das die Kräfteverhältnisse der Bezirke verschieben. Laschet gehört zum Bezirk Aachen, der bislang keinen Vize stellt, Röttgen wäre – neben Heinen – der zweite Vertreter des Bezirks Mittelrhein.
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