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NRW-CDU: Attacke auf Röttgen

VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 02:30

Sechs der acht CDU-Bezirksvorsitzenden sind dafür, dass der ehemalige NRW-Familienminister Armin Laschet (49) neuer CDU-Landeschef und damit Nachfolger von Jürgen Rüttgers wird. Zu ihnen zählt auch der frühere Generalsekretär der NRW-CDU und jetzige Europa-Abgeordnete Herbert Reul. Der Vorsitzende des CDU-Bezirks Bergisches Land, zu dem auch Düsseldorf, Remscheid und Solingen gehören, hält Laschets Mitbewerber, Bundesumweltminister Norbert Röttgen (45), für weniger geeignet. "Ich glaube, dass ein modernes Industrieland wie Nordrhein-Westfalen nicht durch jemanden repräsentiert werden kann, der mit Greenpeace-Themen versucht, Politik zu machen", sagte Reul der "Bild"-Zeitung unter Anspielung auf Röttgens Forderung, so früh wie möglich aus der Kernkraft auszusteigen.

Der Zweikampf um den Vorsitz des größten CDU-Landesverbandes geht diese Woche weiter. Morgen findet eine weitere Regionalkonferenz in Bottrop statt. Vorsitzender des CDU-Bezirks Ruhr ist der frühere NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke, der als Gegner von Laschet gilt. Im Falle eines Wahlsiegs von Röttgen, der den Bezirk Mittelrhein leitet, ist Wittke als neuer Generalsekretär der NRW-CDU und Nachfolger von Andreas Krautscheid im Gespräch. Krautscheid hatte sich zum Ärger von Parteimitgliedern frühzeitig auf Laschet festgelegt. Er habe damit die ihm gebotene Neutralität verletzt, wird ihm vorgeworfen.

Bei den bisherigen Vorstellungsrunden von Laschet und Röttgen – zuletzt in Paderborn und bei der CDU-Mittelstandsvereinigung am Wochenende in Krefeld – hatte beim Publikumsapplaus stets Röttgen die Nase vorn. Seine visionären Forderungen ("Wir müssen Politik aus dem Blick unserer Kinder machen") kamen bei den jeweils mehreren Hundert Zuhörern gut an. Laschet setzt darauf, dass er – anders als der Bundesminister – in Düsseldorf ganz nah die Auseinandersetzung mit SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft führen kann. Mit ihrer Kandidatur verbinden beide Kontrahenten den Anspruch, bei der nächsten Landtagswahl CDU-Spitzenkandidat und damit Herausforderer von Kraft zu werden.

Die Entscheidung über den Parteivorsitz fällt bei der Mitgliederbefragung am 31. Oktober. Bis dahin gibt es weitere Regionalkonferenzen. Am Freitag ist Aachen an der Reihe – Heimspiel für Laschet, der dort CDU-Kreisvorsitzender ist.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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