Mobbing? Nicht mit einer Kreissäge
zuletzt aktualisiert: 21.11.2008Pragmatiker, der er nun einmal ist, hat NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) immer ein praktisches Beispiel parat. So auch bei einer Veranstaltung über Mobbing am Arbeitsplatz. „Wissen Sie“, sagte der CDU-Politiker, „Mobbing geht nur da, wo Menschen zusammen sind. Eine Kreissäge kann ich nicht mobben. Die mich aber auch nicht.“
Der Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie, Markus Lüpertz, fiel mit seinem Outfit im Landtag auf: dunkelblau-gestreifter Gehrock, schwarzer Stock mit Silberknauf. Lüpertz, der im Auftrag von NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) die bronzene Prometheus-Statue für den Innovationspreis des Landes entworfen hat, trug an jeder Hand einen dicken Ring. Auch goldene Armbänder blitzten bei ihm auf. Vor Journalisten schilderte er süffisant, dass er bei der Gestaltung der Statue (40 Zentimeter hoch, vier Kilo schwer) freie Hand gehabt habe: „Das Land musste nehmen, was ich vorgeschlagen habe.“
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) gab sich auf dem Essener Zukunftskonvent leutselig. In Deutschland würden die Männer 81 Jahre alt, die Frauen 83, referierte er und fügte verschmitzt „für Sozialdemokraten“ hinzu: „Das ist der Durchschnitt – und kein Rechtsanspruch.“
Diese Woche war Jugendminister Armin Laschet (CDU) in Jerusalem, um über die Neubelebung des Jugendaustauschs zwischen NRW und Israel zu verhandeln. Mit dabei: der Deutschrocker Peter Maffay, der internationale Begegnungsprojekte unterstützt. Am späteren Abend kam es in einer Jugendherberge zur symbolischen Verbrüderung: Laschet streifte Maffays Lederjacke über, der Sänger zog das Jacket des Ministers an. Obwohl die Kluft nicht perfekt passe, mache Laschet als „NRW-Rocker“ eine ganz gute Figur, fanden die mitgereisten Schüler der Bochumer Pestalozzi-Realschule.
Als Laschet in einer Pause auf der Terrasse des Hotels King David einen Zigarillo rauchte, stürzte der deutsche Botschafter in Israel, Harald Kindermann, empört auf ihn zu. Er sei „äußerst irritiert“, fauchte der Diplomat, der zuvor am Außenministerium vergeblich auf den NRW-Minister gewartet hatte. Laschet hatte alle Mühe, den Botschafter zu beruhigen. Er sei unschuldig daran, dass Kindermann die Terminänderung verpasst habe. Dessen Büro sei rechtzeitig informiert worden. Schließlich zeigte sich Kindermann versöhnt: Er zahlte beim Anschlusstermin Kaffee und Kuchen.
Zähneknirschend waren die SPD-Abgeordneten Svenja Schulze, Norbert Römer und Thomas Eiskirch sowie der Grüne Reiner Priggen dem Vorschlag ihres liberalen Kollegen Dietmar Brockes gefolgt, mit dem Wirtschaftsausschuss das Kernkraftwerk in Lingen zu besuchen. Die Atom-Gegner mussten dort zu ihrem Verdruss auch noch gelbe Overalls überstülpen. Gelb ist die Farbe der FDP. Dann ging es im Bergwerk Ibbenbüren untertage. Bei der Auffahrt musste die Gruppe unter einem Leck in einer Wasserleitung leiden – der Grüne Fraktionsvize Priggen wurde von oben bis unten schwarz eingefärbt. Der Vorsitzende Franz-Josef Knieps (CDU) freute sich, nunmehr einen weiteren „Schwarzen“ im Ausschuss begrüßen zu können. gmv/hüw
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