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Meuterer vertreiben Präsident der Malediven

zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 02:30

Male (möll) Er war der erste Präsident der Malediven, der demokratisch gewählt wurde. Und er galt als Hoffnungsträger. Doch wochenlange Proteste und eine offene Revolte der Polizei haben Mohamed Nasheed nun zum Rücktritt gezwungen. "Ich trete lieber zurück, als Gewalt gegen mein Volk anzuwenden", sagte der 44-Jährige, der seit November 2008 das Inselreich regiert hatte, im Fernsehen. Er hoffe, so das Land zu stabilisieren und Blutvergießen zu vermeiden. Vizepräsident Mohammed Waheed Hassan übernahm die Amtsgeschäfte. Er soll bis zum Ablauf der Amtsperiode Ende 2013 regieren.

Mitarbeiter Nasheeds sprachen dagegen von einem Putsch. Die Revolte der Polizei sei orchestriert gewesen, man habe Nasheed zum Rücktritt gezwungen. Er werde vom Militär im Präsidentenpalast festgehalten, sagte sein Bruder. Der Hoffnungsträger scheiterte offenbar an einer Machtprobe mit Vorgänger Maumoon Abdul Gayoom. Dessen Leute sitzen vielerorts weiter an den Schalthebeln der Macht.

Die Spannungen eskalierten, als Nasheed Mitte Januar einen Richter festnehmen ließ, weil dieser die Freilassung eines Regierungskritikers angeordnet hatte. Daraufhin kam es zu Protesten der Opposition. Gestern Morgen schlossen sich meuternde Polizisten den Demonstranten an und stürmten das Staatsfernsehen. Auch einige Soldaten sollen übergelaufen sein.

Das Auswärtige Amt riet vom Besuch der Hauptinsel Male ab. Nach ersten Informationen seien allerdings keine deutschen Touristen von den Unruhen betroffen, hieß es; auf der Flughafen-Insel und in den Ferienanlagen sei es ruhig. Der Reiseveranstalter Tui bestätigte das.

Quelle: RP


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