Le Pen holt Wähler zurück
VON MATTHIAS BEERMANN - zuletzt aktualisiert: 22.03.2010 - 02:30Neben dem Sieg der Linken bei den Regionalwahlen haben die Polit-Strategen im Elysée-Palast noch einen weiteren Grund zur Sorge: Das Wiedererstarken der fremdenfeindlichen Front National (FN) von Jean-Marie Le Pen.
Nicolas Sarkozy hatte seinen Sieg bei den Präsidenten- und nachfolgenden Parlamentswahlen 2007 vor allem auch seinem Erfolg bei den Wählern am ganz rechten Rand des politischen Spektrums zu verdanken. Bei den Themen Innere Sicherheit, Einwanderung und Identität bediente sich Sarkozy ungeniert des ruppigen Vokabulars der Front National (FN) und grub den Rechtsextremen damit das Wasser ab.
Besonders in zwei Wählergruppen, die zuvor häufig für Le Pen gestimmt hatten, konnte Sarkozy damals wildern. Sein Eintreten für "das Frankreich, das früh aufsteht" und seine Parole "mehr arbeiten für mehr Lohn" fand viel Anklang im traditionsbewussten und nationalkonservativen Bürgertum wie auch in der von sozialen Abstiegsängsten geplagten unteren Mittelschicht, bei kleinen Beamten, Angestellten und Rentnern. Sarkozys harte Linie in Fragen der Einwanderungspolitik lockte einen weiteren Teil der FN-Klientel.
Nun haben aber offenbar viele der damals abgewanderten Wähler ihr Kreuz wieder bei Le Pen gemacht – aus Enttäuschung darüber, dass Sarkozy seine Versprechen aus ihrer Sicht nicht gehalten hat. Ein "Hochstapler" und "Lügner" sei Sarkozy höhnte Le Pen im Wahlkampf. Er weiß, dass sich das Sicherheitsempfinden der Franzosen verschlechtert hat, weil besonders die Fälle von Körperverletzung zugenommen haben. Und die starke Zunahme der Arbeitslosigkeit biete auch wieder mehr Nährboden für Fremdenfeindlichkeit.
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